Max Fechner


Max Fechner:

Max Fechner war als ehemaliger Minister des Ministeriums der Justiz (MdJ) der DDR von 1953 bis 1955 in der Zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR in Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert.

Max Fechner wurde 1892 in Berlin geboren. Vater, Maurer. Erlernter Beruf, Werkzeugmacher. Von 1912 bis 1933 enggagierte sich Max Fechner in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Aufgrund der nationalsozialistischen Machtergreifung musste er seine politische Tätigkeit als Mitglied des illegalen Ausschusses der SPD ab 1933 im Untergrund führen, was mehrmalige Verhaftungen zur Folge hatte. 1933/34 im KZ Oranienburg und 1944/45 im KZ Sachsenhausen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er leitende Funktionen in der neugegründeten SPD. Er war als einer der drei Vorsitzenden der SPD Befürworter der Vereinigung von KPD und SPD und wurde im Oktober 1948 Präsident der Deutschen Justizverwaltung und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Volksrates.

Nach der Gründung der DDR im Oktober 1949 wurde Max Fechner dann folgend der erste Minister der Justiz und gleichzeitig Mitglied der Provisorischen Volskammer der DDR.

1950 wurde Max Fechner Mitglied des Zentralkommitees (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED). Während dieser Zeit trug Max Fechner maßgeblich zur Gleichschaltung des Justizwesens in der DDR mit bei.

Max Fechner ordnete als Justizminister der DDR mit der Rundverfügung 125/51 vom 3. September 1951 das Verbot der Bezeichnung "politische Häftlinge" mit der Begründung an: "Heute wird niemand seiner Gesinnung wegen inhaftiert. Wer unsere antifaschistisch-demokratische Ordnung angreift, wer den Aufbau unserer Friedenswirtschaft stört, begeht eine strafbare Handlung und wird seiner Verbrechen wegen bestraft. Strafgefangene dieser Art sind deshalb auch keine, politischen Gefangenen, sondern kriminelle Verbrecher."

Am 30.6.1953 wurde Max Fechner wegen eines Interviews zu dem Volksaufstand vom 17.6.1953 im "Neuen Deutschland", in dem er das Streikrecht der Arbeiter betonte, verhaftet und in die zentrale Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) nach Berlin-Hohenschönhausen verbracht und zeitgleich "wegen partei- und staatsfeindlichen Verhaltens" seines Amtes enthoben und aus der SED ausgeschlossen.

Nach zwei Jahren Untersuchungshaft im U-Boot in Berlin-Hohenschönhausen verurteilte ihn das Oberste Gericht der DDR in einem Geheimprozeß wegen "staatsfeindlicher Tätigkeit" und nie belegter "wiedernatürlicher Unzucht" (Homosexualität) zu acht Jahren Zuchthaus.

Im Zuge der zaghaften Entstalinisierung nach dem XX. Parteitag in Moskau (Februar 1956) wurde Fechner 1956 vorzeitig aus der Haft entlassen. 1958 erfolgte die Rehabilitierung und Wiederherstellung der Parteimitgliedschaft in der SED. 1966 erfolgte dann eine öffentliche Aussöhnung mit Walter Ulbricht.

Max Fechner starb 1973 in Berlin.

Vgl. Rudi Beckert, Lieber Genosse Max. Aufstieg und Fall des ersten Justizministers der DDR Max Fechner Berliner Wissenschafts-Verlag, 2003;
Bundesministerium der Justiz (Hrsg.), Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED, Katalog, Forum Verlag Leipzig, 1994, S. 279.


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