Matthias Bath


Matthias Bath:

Matthias Bath wird 1956 in Berlin‑Tempelhof geboren. Seine Eltern hatten zuvor die Deutsche Demokratische Republik (DDR) verlassen.

Sein Schlüsselerlebnis war der Mauerbau am 13. August 1961, den er als Kind am Potsdamer Platz und an der Grenze zwischen Neukölln und Treptow hautnah miterlebte. Von da an trennte die Mauer seine Familie in Deutschland.

Er engagiert sich ab 1972 aus gesamtdeutscher Überzeugung zunächst in Junger Union und CDU. Nach dem Abitur wurd er Ende 1975 von einem leitenden Funktionär der Jungen Union angesprochen, Menschen bei der Flucht aus der DDR zu helfen.

Bei der ersten Fahrt mit drei Flüchtlingen im Kofferraum eines PKW werden die Beteiligten am Abend des 9. April 1976 am DDR‑Grenzübergang Marienborn festgenommen.

Nach der Haft in der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin‑Hohenschönhausen wird er am 6. September 1976 durch das Bezirksgericht Frankfurt/Oder zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, deren Großteil er in der Strafanstalt Berlin‑Rummelsburg absitzen muss.

Am 19. Juli 1979 kehrt er im Wege eines Häftlingsaustauschs nach Berlin (West) zurück. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft ist er seit 1988 als Staatsanwalt im Justizdienst des Landes Berlin tätig. Von 1992 bis 2000 wirkte er an der juristischen Aufarbeitung des DDR‑Justizunrechts mit und war 2003 der 2. Vorsitzende des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.

 

Publikation: Matthias Bath, Gefangen und freigetauscht, 1197 Tage als Fluchthelfer in DDR‑Haft, Inhaftiert in Berlin-Hohenschönhausen, Jaron Verlag, Berlin 2007.


Zurück