Katharina Lichter


Katharina Lichter:

Katharina Lichter versuchte, aus der DDR zu fliehen.

Geboren 1938, war sie als kirchliche Gemeindehelferin tätig. 1955 lernte sie ihren späteren Ehemann Albrecht Lichter kennen, der im Westen lebte. Auch nach dem Mauerbau blieb die Verbindung bestehen und beide verlobten sich. Eine Flucht war die einzige Möglichkeit, um zusammen leben zu können. Albert Lichter nahm Kontakt zur studentischen Fluchthilfe um die Girrmann-Gruppe auf. Diese organisierte die Fluchtvorbereitungen. In einem präparierten Kofferraum sollte Katharina Lichter über die Transitstrecke in den Westen gelangen.

Doch das Vorhaben scheiterte. Ein IM der Stasi war Teil der Fluchthilfegruppe und hatte den Plan im Vorfeld verraten. Im Februar 1964 wurde Katharina Lichter daraufhin von der Stasi verhaftet und über die UHA-Magdalenenstraße in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht und verhört.

Verurteilt wegen "Republikflucht" zu einem Jahr und sechs Monaten, verbüßte sie ihre Haftstrafe im Frauengefängnis der Berliner Barnimstraße. Im August 1964 kam sie im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik.

Sie wurde Mutter eines Sohnes und beendete dann ein Studium als Lehrerin und konnte eine Halbtagsarbeit aufnehmen. Sehr lange litt Katharina Lichter unter psychischen Haftschäden wodurch Klinik- und Kuraufenthalte sowie Therapiesitzungen folgten.


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