Karl-Ullrich Winkler


Karl-Ullrich Winkler:

Karl-Ulrich Winkler, kurz Kalle Winkler wurde 1960 geboren und wuchs als Kind hoher SED-Funktionäre in Ostberlin auf.

Nachdem Karl-Ullrich Winkler wiederholt verbotene regimekritische Lieder gesungen hatte, wurde er in Berlin 1980 von der Stasi verhaftet.

In Berlin wurde er nach seiner Verhaftung in die Kissingenstraße nach Berlin-Pankow verbracht, wo sich die Stasi-Untersuchungshaftanstalt (UHA) der damaligen Berliner Stasi-Bezirksverwaltung befand. Hier wurde er 6 Monate lang verhört. Als Rechtsbeistand erhielt Karl-Ullrich Winkler im Auftrag der Sängerin Bettina Wegner Gregor Gysi. Von dem 1. Strafsenat von Ostberlin wurde er schließlich wegen staatsfeindlicher Hetze zu einer Haftstrafe von 18 Monaten und der Androhung eines PM12* verurteilt.Es folgte ein Weg durch die DDR-Gefängnisse Rummelsburg, Cottbus und Karl-Marx-Stadt bis 1981, seiner Ausbürgerung nach einem Freikauf durch die Bundesrepublik. Über Giessen gelangte er dann nach West-Berlin.

In seinem bereit 1983 erschienenen Buch "Made in GDR" schildert er zusammenfassend über die Ost-Berliner Jugendunruhen von 1977, die Bluesmessen des Jugendpfarrers Rainer Eppelmann, seiner Verhaftung durch das MfS in Berlin, den Vernehmungen der Stasi, seiner Verurteilung, und seinem folgenden Weg durch die DDR-Gefängnisse der DDR bis zu seinem Freikauf durch die Bundesrepublik und seinem Leben danach in West-Berlin. Dieses Buch, das Karl-Ullrich Winkler 1983 bereits 2 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR schrieb, war und ist mehr als nur ein Buch.

 

Karl-Ullrich Winkler verstarb 1994 im Alter von 34 Jahren in Berlin.

 

Publikationen: Karl Winkler, 1983, Made in GDR, Zur Klärung eines Sachverhalts, Oberbaum-Verlag; 14.03.1983, Der Spiegel, DDR, So was antun; 21.03.1983, Der Spiegel, Auf dem Käse krabbeln die Maden; 09.12.1983, Rudolf Bahro, Die Zeit, Leben im Widerstand, Karl Winkler "Made in GDR", Jugendszenen aus Ostberlin; 1984, Adrzej Falber "Darum mach´s gut, ich flieh", "Ich fühlte mich wie James Bond. Wie die Stasi mit Jugendlichen umging. Das Beispiel Kalle Winkler."; 17.10.1994, Der Spiegel, Stasi, Treffen im Objekt Ellen; 13./21./29.10.2001, Hörfunkdokumentar Christoph Andersson. Schwedischen Rundfunk P1;

 

PM12* Der Besitzer eines PM 12 ist faktisch vorverurteilt: Er muss sich regelmäßig auf dem Revier der Volkspolizei melden, darf in vielen Fällen die Stadt nicht verlassen und nicht ins Ausland reisen.


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