Heinrich George


Heinrich George:

Der 1893 in Stettin geborene Heinrich George galt als einer der bedeutendsten Bühnenkünstler Deutschlands. George sympathisierte zunächst mit dem Kommunismus, arrangierte sich aber nach 1933 mit den Nationalsozialisten.

1938 wurde er Generalintendant des Schiller-Theaters Berlin.

Nach Kriegsende internierte ihn das sowjetische Volkskommissariat für Inneres (NKWD) im Speziallager Nr. 3 Berlin-Hohenschönhausen. Aufgrund von Denunziationen wurden ihm unter anderem die Beteiligung an NS-Propagandafilmen und Durchhalteappelle kurz vor Kriegsende vorgeworfen.

Entlastungszeugen, die bezeugten, dass er sich wiederholt für jüdische Künstlerkollegen eingesetzt hatte, waren nicht zugelassen. Aus seiner Haftzeit sind erschütternde Kassiber (geheime Nachrichten) an seine Frau Berta Drews überliefert, in denen er die katastrophalen Zustände im Lager beschreibt.

Im Sommer 1946 kam George in das Speziallager Sachsenhausen, wo er wenig später an den Folgen einer Blinddarmentzündung starb. Als einziger Häftling erhielt der Schauspieler ein Einzelgrab, das nach der Wiedervereinigung anhand von Häftlingsbeschreibungen gefunden wurde. Seine letzte Ruhestätte fand der Schauspieler 1994 auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Zehlendorf. 1998 wurde er von den russischen Behörden rehabilitiert.

Literatur:
Fricke, K.: Spiel am Abgrund. Heinrich George. Eine politische Biographie (2000).
Maser, W.: Heinrich George. Mensch aus Erde gemacht. Die politische Biographie (1998).


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