Harry Santos


Harry Santos:

Harry Santos wurde 1955 in Leipzig geboren und wuchs in Thüringen auf. Obwohl er früh künstlerische Ambitionen entwickelte, verhinderte sein Vater, ein höherer SED-Funktionär, dass er eine Ausbildung zum Porzellanmaler absolvierte. Harry Santos mußte stattdessen eine Lehre zum Berufskraftfahrer machen.

Seit 1977 lebte er in Ost-Berlin und nahm Kontakt zur dortigen Dissidentenszene auf. 1979 stellte er einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik. Um die Genehmigung zu beschleunigen, überzeugte er seine damalige Lebensgefährtin von der Idee, eine Scheinehe mit einem Amerikaner einzugehen. Seine Lebensgefährtin konnte tatsächlich auf diesem Weg die DDR verlassen. Seine eigene Ausreise wurde jedoch nicht bewilligt, nachdem bekannt geworden war, dass die Ehe seiner Lebensgefährtin fingiert war. Daraufhin schmiedete Harry Santos Fluchtpläne, um die DDR zu verlassen.

Von einer Freundin wurde er an das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verraten und zunächst von der Stasi observiert und dann 1982 verhaftet und kam in die Berliner Keibelstrasse in Untersuchungshaft.

Wegen "Vorbereitung und Planung zum illegalen Grenzübertritt im schweren Fall" wurde er zu einer einjährigen Haftstrafe mit anschließender Polizeiaufsicht verurteilt. Die Haft mußte er in Berlin-Rummelsburg, Neustrelitz und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) verbüßen.

Nach neun Monaten Haft wurde Harry Santos 1983 im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik entlassen. Über Gießen kam er nach West-Berlin und absolvierte dort eine Krankenpflegerausbildung.

Heute arbeitet er als freischaffender Künstler und ist regelmäßig in Ausstellungen vertreten. Mehr Informationen zu Harry Santos: www.santos-artist.com


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