Hans-Jürgen Breitbarth


Hans-Jürgen Breitbarth:

Hans-Jürgen Breitbarth wurde 1954 in Zwickau geboren und dort zum Zimmermann ausgebildet.

Mit 22 Jahren wollte er aus der DDR flüchten, brach das Unternehmen jedoch kurz vor der Grenze ab. Noch auf der Rückfahrt wurde er im Zug verhaftet und wenig später zu vier Monaten Haft verurteilt, die er in der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Gera absitzen musste.

Drei Monate nach seiner Haftentlassung wurde er erneut festgenommen, weil er sich an den Protesten gegen die Ausbürgerung des kritischen Liedermachers Wolf Biermann im November 1976 beteiligt hatte. Zum zweiten Mal warf man ihm "versuchte Republikflucht" vor und verurteilte ihn nunmehr zu 18 Monaten Haft, die er in den Gefängnissen Zwickau und Plauen verbüßen musste.

Nach seiner Haftentlassung arbeitete er als Hilfsarbeiter und Heizer an einer Ingenieurschule in Berlin. Hier knüpfte er Kontakte zu kritischen Gruppen, die sich mit Möglichkeiten der Wehrdienstverweigerung und eines unabhängigen Friedensengagements in der DDR beschäftigten. Bei den Treffen berichtete er auch des öfteren von seinen Hafterlebnissen.

1984 stellte ihn deshalb das MfS vor die Wahl, entweder in den Westen auszureisen oder erneut inhaftiert zu werden. Hans-Jürgen Breitbarth entschied sich damals für die Ausreise in die Bundesrepublik und siedelte nach Dortmund über. Hier holte er das Abitur nach und begann ein Maschinenbau-Studium. Im Juni 1989 zog er nach Hamburg und absolvierte dort eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Bis 1994 leitete er ein Warenumschlaglager im Freihafen. Nach einem fünfjährigen Aufenthalt auf der Kanarischen Insel La Palma lebt Hans-Jürgen Breitbarth seit 2000 in Berlin. Bis 2006 war er Landesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) in Berlin-Brandenburg.


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