Hans-Joachim G


Hans-Joachim G:

Dr. med. Hans-Joachim G. (geb. 1934 in Neuruppin) promovierte an der Medizinischen Akademie in Magdeburg zum Doktor der Medizin.

Hans-Joachim G. wurde 1973 wegen eines Fluchtversuchs mit seinem minderjährigen Sohn über die Transitstrecke zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Der Intensivmediziner und Dialyse-Spezialist wurde schon einmal am Beginn seiner Berufslaufbahn Anfang der 60er Jahre an der Medizinischen Akademie in Magdeburg aus politischen Gründen gekündigt. 1970 war es ihm - auf Karriere-Umwegen - gelungen trotz aller Widrigkeiten in Prenzlau, eine moderne Dialysestation aufzubauen. Inzwischen war jedoch seine Ehe geschieden und zwei der gemeinsamen 4 Kinder waren mit der Mutter in die BRD ausgereist.

Hans-Joachim G. erhielt keine Besuchsgenehmigungen für seine Kinder. Dies war sein Fluchtmotiv. Seine inzwischen als Rentner in die Bundesrepublik übergesiedelten Eltern engagierten Fluchthelfer, die eine Kofferraumflucht für Hans-Joachim G und seine Söhne ermöglichen sollten.

Die geplante Flucht mißlang 1973, Hans-Joachim G. wurde verhaftet und kam in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit nach Berlin-Hohenschönhausen und wurde hier 3 Monate lang verhört und schließlich wegen "staatsfeindlichen Menschenhandels" 1974 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt, die er in Brandenburg und Chemnitz verbüßte.

1976 erfolgte dann seine Haftentlasssung durch Freikauf in die Bundesrepublik, wo er alle seine Söhne antraf.


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