Ellen Thiemann


Ellen Thiemann:

Ellen Thiemann versuchte, aus der DDR zu fliehen.

Geboren 1937, wollte die Redakteurin  zusammen mit ihrem Ehemann Klaus, einem Sportjournalisten, und mit ihrem elfjährigen Sohn 1972 in die Bundesrepublik flüchten.

Das Schleusungsvorhaben scheiterte in letzter Sekunde, es war verraten worden. Ellen Thiemann kam in die zentrale Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) nach Berlin-Hohenschönhausen. Sie wurde im Mai 1973 zu drei Jahren und fünf Monaten wegen "Republikflucht" und "staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme" verurteilt.

Ihre Haftzeit verbüßte sie voll. Nach der Enlassung aus dem Frauengefängnis Hoheneck in die DDR, nach vollzogener Ehescheidung und massiven Schikanen und Hinhaltungen durfte sie mithilfe des Anwalts Wolfgang Vogel Ende 1975 mit ihrem inzwischen 14-jährigen Sohn in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen.

Sie arbeitete anschließend als Redakteurin beim Kölner Stadtanzeiger und ist seit 2000 als Autorin und Journalistin freiberuflich tätig. Ihr Exmann IM "Mathias" spitzelte für das MfS von Januar 1973 bis Dezember 1989.


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