Elke D


Elke D:

Elke D wurde 1942 in Hayn geboren und war ausgebildete Zahnmedizinerin.

Aufgrund der immer stärker werdenden Indoktrination in Schule und Beruf versuchten Elke und Bernd D mit ihren beiden Kindern durch Hilfe einer Fluchthelfer-Organisation über Warschau nach Helsinki in den Westen zu gelangen.

Den Kontakt zu der Organisation knüpfte ihr Mann Bernd D bei einem Besuch im Westen zur Beerdigung seines Vaters über Verwandte. Diese Organisation war bereits zum Zeitpunkt der Flucht sehr stark von der Stasi unterwandert und deren Helfer observiert. Im Oktober 1977 unternahmen dann Elke und Bernd D mit ihren Kindern  den geplanten Fluchtversuch. Für die geplante Flucht bekamen sie gefälschte Pässe von der Organisation ausgehändigt.

Die Flucht scheiterte dann, worauf ihr Mann Bernd, ihre Kinder und sie verhaftet wurden. Elke und Bernd D verbrachten dann einige Wochen in einer Warschauer Haftanstalt in Polen, wo sie bereits mehrmals verhört wurden, bevor sie dann zusammen im Dezember 1977 im Zug nach Berlin transportiert wurden und sofort in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach Berlin-Hohenschönhausen kamen. Die Kinder wurden in der DDR in ein Kinderheim für Schwererziehbare eingewiesen, entgegen der Verfügung der Eltern, sie bei den Schwiegereltern unterzubringen.

Nach 4 Monaten Verhör durch die Stasi wurde Elke D im März 1978 nach §213 StGB der DDR wegen versuchter "Republikflucht" zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

Ihre Haftzeit mußte sie Hoheneck verbringen, bevor sie und ihr Mann dann im März 1979 im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik gelangten. Die Kinder konnten fünf Monate später dem Ehepaar folgen.


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