Detlef M


Detlef M:

Detlef M machte heimlich Fotos von den Grenzanlagen der DDR und geriet so unter Spionage-Verdacht ins Vesier der Stasi.

Geboren 1968, entwickelte Detlef M sehr früh eine Leidenschaft für Fotografie. Pfingsten 1987 fotografierte er Auseinandersetzungen von Jugendlichen aus Ost-Berlin mit der Polizei, die im Rahmen der Pfingstkonzerte zustande kamen. Diese Fotoaufnahmen schmuggelten Freunde und Verwandte von Detlef M und seinem Bruder in den Westen, um diese - zusammen mit einem Erlebnisbericht über die Geschehnisse - in der Fernsehsendung "Kontraste" im Westfernsehen zu zeigen.

Die Stasi wurde so auf Detlef M und seinen Bruder aufmerksam und verhaftete ihn im Juni 1987. Zunächst in der UHA Lichtenberg (Magdalenenstraße) verhört, brachte man ihn wenig später in die zentrale Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit (MfS) nach Berlin-Hohenschönhausen. Zudem fand die Stasi im Rahmen einer Zimmerdurchsuchung ca. 150 Fotos der Grenzanlagen Berlins, die Detlef M fotografiert hatte. Diese Fotos wurden zum Hauptgegenstand der Vernehmungen.

Im Rahmen einer Amnestie und aufgrund von Protesten gegen seine Inhaftierung, inszeniert von seiner Verwandtschaft im Westen, wurde er 1987, nach sechswöchiger U-Haft, entlassen. Seine Entlassung erfolgte für ihn völlig unverhofft. Er sollte nach Meinung der Stasi sofort wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren. Allerdings wollte Detlef M nach Ungarn reisen, um Urlaub zu machen. Von der Stasi wurde ihm das jedoch verweigert.

So stellte Detlef M im Oktober 1987 einen Ausreiseantrag, der im Februar 1988 bewilligt wurde. Heute lebt er in Berlin und hat eine Buchausgabe in Vorbereitung mit den seinerzeit inkrimierten Fotos der DDR- Grenzanlagen.


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