Arno Wend


Arno Wend:

Der Sozialdemokrat Arno Wend gehörte zu den prominentesten SPD-Politikern, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet wurden.

Geboren 1906 in Zittau, arbeitete der gelernte Anwalts- und Notariatsangestellte bis 1933 beim Arbeitsamt Dresden. Frühzeitig engagierte er sich in der SPD und bei den Jungsozialisten.

Von den Nationalsozialisten verfolgt, kehrte er nach dem Krieg in seine Heimatstadt Dresden zurück, wo er einer der führenden Köpfe der SPD in Sachsen wurde.

Nach der erzwungenen Vereinigung von SPD und KPD wurde er 1946 Mitglied des SED-Landesvorstands und Leiter der Personalpolitischen Abteilung des Landessekretariats. Im September wurde er jedoch von allen Parteiämtern entbunden und im November 1947 aus der SED ausgeschlossen. Als illegales Mitglied der West-Berliner SPD organisierte er mit Unterstützung des Ostbüros der SPD Widerstandsaktionen gegen das DDR-Unrechtsregime.

Im Herbst 1948 verhaftete ihn das sowjetische Ministerium für Staatssicherheit in Dresden und brachte ihn in dsas U-Boot der zentralen Untersuchungshaftanstalt nach Berlin-Hohenschönhausen.

Im April 1950 verurteilte ihn ein Militärtribunal wegen "illegaler Gruppenarbeit" und "antisowjetischer Propaganda" zu 25 Jahren Arbeitslager.

Anschließend deportierte man ihn nach Workuta, eine sowjetische Straflagerregion nördlich des Polarkreises. Nach der von Konrad Adenauer ausgehandelten Freilassung aller deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen konnte er im Dezember 1955 nach Dresden zurückkehren. Er siedelte in die Bundesrepublik über, wo er im hessischen Innenministerium tätig war.

Arno Wend verstarb 1980.


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