Andreas H


Andreas H:

Andreas H. (geb. 1958 in Löbau) war gelernter Forstfacharbeiter. Von 1976 bis 1978 war er Zeitsoldat im Wachregiment Felix Dzierzynski in Berlin (Teupitz, Erkner).

Andreas H. war geworben worden mit der Aussicht auf einen späteren Studienplatz. Die Realität der Ausbildung behagte ihm zunehmend immer weniger. Zusammen mit einem bereits ausgemusterten Freund aus dem Wachregiment (WR) plante er eine Flucht über die grenze von der CSSR nach Österreich. Über Dritte war alles der Stasi bereits im Vorfeld bekannt geworden. Ein bei der NVA eingesetzter inoffizieller Mitarbeiter (IM) hatte die Stasi über den Verdacht einer geplanten Flucht von Andreas Weber informiert.

Am Grenzübergang in Seifhennersdorf erfolgte die Festnahme. Daraufhin kam Andreas H. für mehrere Monate in die zentrale Untersuchungshaftanstalt nach Berlin-Hohenschönhausen. Der Spionagevorwurf wurde nachträglich in das laufende  Ermittlungsverfahren aufgenommen. Im Sommer 1978 wurde Andreas H. vom Militärobergericht Berlin wegen "Fahnenflucht" und "Spionage" zu fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Seine Haftstrafe verbüßte er in Bautzen II.

Nach Verbüßung der gesamten Haftstrafe wurde er im Dezember 1983 zunächst für acht Monate in die DDR entlassen und arbeitete als Friedhofsgärtner, bis ihm 1984 die Ausreise in die Bundesrepublik genehmigt wurde, und er in die Bundesrepublik übersiedeln konnte.


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