Wörterbuch der Staatssicherheit Seite 319 / 1


Perspektivkader 1. Einstellungskandidaten, die vor allem für den politisch-operativen Dienst des MfS vorbereitet und erprobt werden. Sie werden auf der Grundlage der allgemeingültigen Anforderungen an die Angehörigen des MfS ausgewählt, zunächst als IM oder GMS genutzt und nach ihrer entsprechenden Bewährung und Entwicklung für den Dienst im MfS eingestellt.

2. Einstellungskandidaten, die, entsprechend dem Kader- bzw. Bildungsbedarf des MfS unter Studenten von Hoch- und Fachschulen ausgewählt, für die politisch-operative Arbeit während des Studiums genutzt und nach ihrer Bewährung in den Dienst des MfS eingestellt werden.

Die Arbeit mit Perspektivkader ist von weitreichender Bedeutung für die Gewährleistung der inneren Sicherheit des MfS, insbesondere für das Erkennen und die Ausprägung der Eignung und der Zuverlässigkeit neu einzustellender Angehöriger.

Mit den Perspektivkadern muß intensiv, vor allem in ihrer Erziehung und Befähigung zur Lösung tschekistischer Aufgaben, zusammengearbeitet werden.1




1 Definition: Perspektivkader / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 319.