Wörterbuch der Staatssicherheit Seite 318 / 1


Personenvorkartei operatives Organisationshilfsmittel für die Organisierung der — > Außensicherung militärischer Objekte. In ihr werden operativ interessante Hinweise über Personen, die bei der Außensicherung militärischer Objekte anfallen bzw. festgestellt werden, erfaßt, ohne daß davon die Erfassung in anderen Speichern berührt wird. In die Personenvorkartei werden sowohl namentlich bekannte als auch namentlich unbekannte (nach den Merkmalen des Äußeren) Personen eingespeichert. Durch Vergleichsarbeit soll die Identifizierung namentlich unbekannter Personen unterstützt werden.
Mit Hilfe der Personenvorkartei sollen
— Ausgangsmaterialien für Operative Vorgänge entwickelt,
— Voraussetzungen für eine weitere inoffizielle Durchdringung des Schwerpunktbereiches (IM-Vorläufe) geschaffen und
— begünstigende Bedingungen erkannt und in der Folge auch beseitigt bzw. eingeschränkt werden.
Das geschieht in erster Linie durch ein kontinuierliches Sammeln aller o. g. Informationen und eine qualifizierte Vergleichsarbeit und Analysetätigkeit.1




1 Definition: Personenvorkartei / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 318.