Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 316 / 4

Wörterbuch zur politisch-operativen Arbeit der Stasi, Seite 317 / 1



Personenidentifizierung Teilbereich der kriminalistischen → Identifizierung, der die Identifizierung von verdächtigen u. a. operativ interessierenden Personen beinhaltet. Dabei handelt es sich z. B. um spurenverursachende Personen, anonyme oder pseudonyme Schrifturheber oder Sprecher, flüchtige Rechtsbrecher, Personen, die unter falschem Namen leben, Mitarbeiter imperialistischer Geheimdienste, Objekte der operativen → Beobachtung oder der operativen → Fahndung oder unbekannte Tote.

Die hauptsächlichsten Methoden der Personenidentifizierung sind die → Daktyloskopie, die → Handschriftenuntersuchung, die phonetische Untersuchung (→ Sprecheridentifizierung) sowie die Personenidentifizierung nach den Merkmalen des Äußeren ( → Personenbeschreibung). Darüber hinaus können für die Personenidentifizierung auch die Blutgruppenuntersuchung, stomatologische Untersuchungen und spezielle gerichtsmedizinische Untersuchungen des menschlichen Skeletts genutzt werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Personenidentifizierung ist das Vorhandensein qualitativ und quantitativ geeigneter Tat- u. a. Ausgangsmaterialien in Form von Papillarleistenspuren, Tatschriftmaterialien, Sprachschallaufzeichnungen, Personenbeschreibungen, Lichtbildern, Blut- und Speichelspuren, Haaren, Spuren von Zähnen usw. sowie die Beschaffung und Auswertung entspre­chenden Vergleichsmaterials von verdächtigen bzw. zu überprüfenden Personen.1




1 Definition: Personenidentifizierung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 316-317.