Wörterbuch der Staatssicherheit Seite 313 / 3


Personalienüberprüfung, geheimdienstliche Maßnahmen des Geheimdienstes zur zweifelsfreien Identifizierung und Feststellung von Personen anhand feststehender Merkmale, wie der Personalangaben und der Personenkennzahlen unter Nutzung aller dem Geheimdienst zugänglichen Speicher.

Personalienüberprüfung ist eine Grundvoraussetzung für die Fahndungstätigkeit des Geheimdienstes.

Die Personalienüberprüfung dient besonders dem Erkennen und Erfassen von Personen, die gegen das imperialistische System in Erscheinung treten, mit dem Ziel, ein Maximum an Informationen zu speichern und diese schnell wieder auswertbar zu erhalten.

Der umfassenden geheimdienstlichen Personalienüberprüfung dient auch das beim Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln/BRD stationierte zentrale "Nachrichtendienstliche Informationssystem" (NADIS).

Personalienüberprüfungen werden dort sowie unter Nutzung der Kapazitäten des "Kriminalpolizeilichen Informationssystems" (Kripolis) beim Bundeskriminalamt Wiesbaden infolge eines weitgehend ausgebauten Datenverbundnetzes kurzfristig durchgeführt.1




1 Definition: Personalienüberprüfung, geheimdienstliche / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 313.