Wörterbuch der Staatssicherheit Seite 293 / 3

Stasi-Wörterbuch Seite 294 / 1



Operativer Vorgang; Eröffnungsbericht Grundlage für die Entscheidung des Leiters zum Anlegen eines Operativen Vorganges. Voraussetzung für die Erarbeitung des Eröffnungsberichtes ist die politisch-operative und strafrechtliche Einschätzung des Ausgangsmaterials. Der Eröffnungsbericht hat zu enthalten:
— die Ergebnisse der politisch-operativen und strafrechtlichen Einschätzung des Ausgangsmaterials,
— die Begründung der politisch-operativen und strafrechtlichen Voraussetzungen für das Anlegen des Operativen Vorganges,
— die im Operativen Vorgang zu erreichenden Ziele.
Im Eröffnungsbericht sind dazu im einzelnen auszuweisen:
— Personalien der/des Verdächtigen, die im Operativen Vorgang bearbeitet werden,
— Strafrechtsnormen, zu denen Verdachtsgründe vorliegen,
— Entstehung und wesentlicher Inhalt des Ausgangsmaterials,
— Einschätzung der Quellen, insbesondere auf Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit,
— Begründung des Verdachtes zu den objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmalen der einzelnen Strafrechtsnormen, nach denen die Bearbeitung erfolgen soll,
— Ziele der Bearbeitung des anzulegenden Operativen Vorganges.
Bei mehreren Verdächtigen bzw. komplizierten und schwer überschaubaren Sachverhalten können ausführliche Charakteristiken der zu bearbeitenden Personen, detaillierte Faktenberichte usw. dem Eröffnungsbericht zum Anlegen eines Vorganges beigefügt werden.1




1 Definition: Operativer Vorgang; Eröffnungsbericht / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 293, 294.