Stasi Definition - Wort - Seite 284 / 2


Operative Kräfte; Verhaltenslinie Orientierung, Vorgabe oder Modell für das notwendige Verhalten operativer oder Inoffizieller Mitarbeiter bei der Lösung einer konspirativen politisch-operativen Aufgabe. Die Verhaltenslinie ergibt sich aus dem Charakter der Aufgabe, aus der Zielstellung des Auftrages, den allgemeinen Umständen für seine Realisierung und der immer einmaligen politisch-operativen Situation. Sie muß auf die Persönlichkeit (besonders auf die operativen Fähigkeiten und Erfahrungen) des Mitarbeiters bzw. IM/GMS abgestimmt sein, der sich einer gegebenen Verhaltenslinie entsprechend verhalten soll.
Die Verhaltenslinie orientiert auf ein solches System von Handlungen und Reaktionen der Person, das den Eindruck einer beständigen und widerspruchslosen Verhaltensweise erweckt, damit der Erfüllung des Auftrages dient und die Einhaltung der Konspiration gewährleistet.
Sie muß deshalb enthalten:
— Festlegung der notwendigen Verhaltensakte in Beziehung zu den sie erfordernden Situationen und Ereignissen,
— Hinweise auf die Gesamtheit der Umstände, die sich fördernd oder hemmend auf die Aufgabenrealisierung auswirken können,
— Varianten für nicht vorhergesehene Ereignisse oder Umstände (Unfall, Begegnung mit Bekannten, Identifizierung usw.),
— Orientierungen für die Anwendung der Ausweichlegende und deren Modifizierung durch unerwartete Umstände. — > Anpassungsfähigkeit1




1 Definition: Operative Kräfte; Verhaltenslinie / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 284, 285.