Stasi Definition - Wort - Seite 282 / 2

Stasi-Wörterbuch Seite 283 / 1


Operative Kräfte; Erziehung zielgerichteter, bewußt organisierter Prozeß der Persönlichkeitsentwicklung der Angehörigen des MfS und der inoffiziellen Kräfte, der der Realisierung von gesellschaftlichen, insbesondere von Sicherheitserfordernissen entspricht.
Ziele der Erziehung leiten sich ab aus den objektiv existierenden Anforderungen an operative Kräfte und bestehen in kollektiver wie individueller Herausbildung, Entwicklung und Festigung entsprechender sozialistischer Überzeugungen, Einstellungen zur konspirativen Tätigkeit, zu Wachsamkeit und Geheimhaltung, operativ notwendiger Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und weiterer erforderlicher, in parteilichen und dienstlichen Dokumenten ausgedrückten Persönlichkeitseigenschaften. Dabei kommt der Erziehung zum proletarischen Internationalismus und sozialistischen Patriotismus, zur Treue zu Partei und Staat, zur Freundschaft zur Sowjetunion, zum Haß auf den Feind und zu einer positiven Grundhaltung zu den  Werten der sozialistischen Gesellschaft insgesamt, zu höchster Einsatzbereitschaft, Mut, fester Disziplin und Opferbereitschaft, zur Beherrschung der Methoden und Regeln der konspirativen Tätigkeit, zu hohem Verantwortungsbewußtsein, zu Selbständigkeit in der Einschätzung und Entschlußfassung, zu Aufgaben der vollen Beherrschung der politisch-operativen Lage und zu größter Zuverlässigkeit und anderen wertvollen moralischen Eigenschaften eine hervorragende Bedeutung zu.
Die  Verantwortung der Leiter und aller IM-führenden Mitarbeiter besteht darin, die kollektive wie individuelle Erziehung in ihrem Entwicklungsstand einzuschätzen, im Rahmen der Bestimmung für die Arbeit mit den Angehörigen und der Weisungen für die inoffizielle Arbeit bewußt zu planen und in kluger Nutzung aller gegebenen Bedingungen, insbesondere der Wechselwirkung von Einflußnahmen und Selbsterziehung, durchzusetzen.
Bedingungen der Erziehung bestehen wesentlich in der praktischen politischoperativen Tätigkeit, ihrer Leistung und Planung, in der Arbeit der Parteiorganisationen; in der richtigen Durchführung der Treffs mit inoffiziellen Kräften und den durch sie zu lösenden Aufgaben, weiterhin in der politisch-ideologischen und fachspezifischen Ausbildung und Schulung, in der Nutzung und Durchsetzung gesellschaftlicher und kollektiver Normen und weiterer Erziehungspotenzen. Methoden der Erziehung haben vor allem zum Inhalt die systematische Kontrolle der Arbeit und der Arbeitsergebnisse auf der Grundlage hoher Forderungen, die konsequente Anwendung positiver und negativer Sanktionen, die beständige Förderung von Kritik und Selbstkritik, die Nutzung und Entwicklung der Selbsterziehung und der Vorbildwirkung, die Erarbeitung und Vermittlung eines klaren Feindbildes, die der Individualität und Persönlichkeitsentwicklung entsprechende Prüfung in operativen und persönlichen Bewährungssituationen, die Nutzung äußerer, die eigene Aktivität herausfordernder sozialer, ideeller und materieller unmittelbarer Lebensbedingungen und -beziehungen u. ä. Sie sind komplex, personenbezogen, schöpferisch und beständig anzuwenden und weiterzuentwickeln.1




1 Definition: Operative Kräfte; Erziehung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 282, 283.