Stasi - Wort - Seite 263.1 / 1


Mißbrauch, geheimdienstlicher die von den imperialistischen Geheimdiensten in breitem Umfange organisierte Nutzung staatlicher Organe, nichtstaatlicher Organisationen, Einrichtungen, Institutionen und Kräfte, staatlicher und nichtstaatlicher Beziehungen zum Zwecke der Initiierung, Organisierung und Durchführung von Spionage und anderen subversiven Handlungen gegen die revolutionären Hauptströme der Gegenwart, insbesondere gegen die sozialistischen Staaten im Interesse der Realisierung konterrevolutionärer aggressiver Zielsetzungen.

Dabei bedienen sich die Geheimdienste weitgehend der sich aus der Struktur der bürgerlichen Staaten ergebenden offiziellen Verbindungen und Einflußmöglichkeiten, bestehender personeller Verflechtungen privaten Charakters sowie insbesondere der in erheblichem Umfange betriebenen Unterwanderung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durch Agenten.

Zu den vielfältigen konkreten Erscheinungsformen gehören der geheimdienstliche Mißbrauch diplomatischer Vertretungen und deren Personal unter grober Mißachtung des Völkerrechts (Mißbrauch — > diplomatischer Rechte), der geheimdienstliche Mißbrauch kommerzieller Einrichtungen (wirtschaftliche — > Störtätigkeit), der geheimdienstliche Mißbrauch von Einzelpersonen, insbesondere im — > Einreise- und — > Transitverkehr.1




1 Definition: Mißbrauch, geheimdienstlicher / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, Zusatzblatt S. 263/1.