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Stasi-Wörterbuch Seite 252 / 1


Menschenhändlerbande, kriminelle; Ausschleusungsmethoden die unter Verletzung gesetzlicher Bestimmungen von Menschenhändlerbanden praktizierte konspirative Art und Weise des ungesetzlichen Verbringens von Personen oder Sachen aus dem Staatsgebiet der DDR. Die von kriminellen Menschenhändlerbanden angewandten Ausschleusungsmethoden sind äußerst vielfältig und werden ständig modifiziert. Die wesentlichsten Ausschleusungsmethoden sind:
1. Die verbrecherische und z. T. lebensgefährliche Ausschleusung von Personen in PKW, LKW und anderen grenzüberschreitenden Transportmitteln, wie unter Mißbrauch des — > Transitverkehrs zwischen der BRD und Westberlin, des kontrollbefreiten Verkehrs sowie der TIR-Vereinbarungen.
2. Der Mißbrauch von Personaldokumenten der BRD, anderer nichtsozialistischer Länder und Westberlins, einschließlich von Diplomatenpässen sowie die Anwendung veränderter, nachgeahmter, fingierter oder unrechtmäßig ausgestellter Dokumente, insbesondere unter Verstößen gegen völkerrechtliche Prinzipien und Normen und gegen die Souveränität einer Vielzahl europäischer Staaten.
3. Die Schleusung von Personen in Verbindung mit Gewaltakten gegen die Staatsgrenze der DDR und anderer sozialistischer Länder sowie terroristischen Angriffen auf die Grenzübergangsstellen.
4. Die Suche und Nutzung von Lücken im Grenzsicherungssystem, vor allem in soziahstischen Ländern, zur Ausschleusung von DDR-Bürgern.1




1 Definition: Menschenhhändlerbande, kriminelle; Ausschleusungsmethoden / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 251, 252.