Stasi - Wort - Seite 237 / 1


Lagefilm lückenloses chronologisches Protokoll über alle in einem bestimmten Zeitraum eingehenden bzw. erstatteten operativen — > Meldungen, über die Realisierung von Maßnahmen (Beginn, wesentliche Realisierungsetappen, Abschluß, wesentliche Ergebnisse), über an bestimmte Mitarbeiter, mittlere leitende Kader und Leiter erteilte Weisungen, über Ersuchen an bzw. Vereinbarungen mit anderen Diensteinheiten des MfS bzw. Partnern des operativen — > Zusammenwirkens usw.

Lagefilme werden stets zur Leitung einer bestimmten operativen — > Aktion oder eines operativen Sicherungseinsatzes, des Einsatzes umfangreicher operativer Kräfte zur Untersuchung eines bestimmten operativ bedeutsamen Vorkommnisses und aus ähnlichen Anlässen genutzt. Sie dienen dem Leiter, seinem Funktionalorgan bzw. operativen Diensthabenden als lükkenlose Lageübersicht und zur Kontrolle über die Realisierung aller erfor derlichen Aktivitäten.

Ein Lagefilm wird auf Weisung des Leiters im operativen Einsatzstab, in der Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG), in Abteilungen, Kreisdienststellen/ Objektdienststellen (KD/OD) durch den jeweiligen Operativen Diensthabenden (ODH) bzw. einen anderen beauftragten Mitarbeiter geführt.

Ihre Führung kann während operativer Aktionen und Sicherungseinsätzen auch in den Struktureinheiten der Einsatzkräfte angewiesen werden.1




1 Definition: Lagefilm / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 237.