Stasi - Wort - Seite 236 / 2


Lage, politisch-operative; Einschätzung der gedankliche Prozeß der Erarbeitung eines objektiven Bildes der politisch-operativen Lage, in der die politisch-operative Arbeit im Verantwortungsbereich zu leiten und durchzuführen ist. Dieser gedankliche Prozeß ist die Einheit der Analyse und politisch-operativen Bewertung der Faktoren der politisch-operativen Lage aus der Sicht der politisch-operativen Aufgabenstellung zur Gewährleistung des Schutzes der gesellschaftlichen Entwicklung und der staatlichen Sicherheit im Verantwortungsbereich. Allgemein wird das im Ergebnis dieses gedanklichen Prozesses gewonnene Bild von der politisch-operativen Lage ebenfalls als Lageeinschätzung bezeichnet.

Die Einschätzung ist stets aufgabenbezogen als untrennbarer Bestandteil der politisch-operativen Arbeit vorzunehmen, um die erforderlichen Grundlagen zur Realisierung operativer Prozesse und der Leitungstätigkeit zu schaffen. Sie wird in einem vielgestaltigen Prozeß der analytischen Arbeit realisiert, der das politisch-operative Denken jedes Leiters und Mitarbeiters durchdringen muß.

Dieser Prozeß der ständigen Aktualisierung, Konkretisierung und Vervollkommnung der Lageeinschätzung erstreckt sich von der Einschätzung des täglichen Informationsaufkommens im Verantwortungsbereich über die Vorbereitung spezifischer Einschätzungen und Entscheidungen zu Operativen Vorgängen, zu operativen Vorkommnissen, zu operativ bedeutsamen Personen usw., die Erarbeitung von operativen Analysen zur Einschätzung der Lage in politisch-operativen Schwerpunktbereichen oder zu Teilproblemen bis zur Einschätzung der Lage im Gesamtverantwortungsbereich.1




1 Definition: Lage, politisch-operative; Einschätzung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 236.