Stasi - Wort - Seite 231 / 2


Korruption dem Sozialismus wesensfremde, seiner Rechtsordnung widersprechende gesellschaftsschädigende Verhaltensweise. Korruption ist sowohl das Bestimmen von Personen zu gesellschaftsschädlichem Handeln unter bewußter Nutzung ihrer einseitig ausgebildeten, insbesondere auf die Befriedigung übersteigerter materieller Bedürfnisse oder sozialismusfremder Ziele gerichteten, individualistischen Persönlichkeitseigenschaften durch das Anbieten, Versprechen oder Gewähren von Geschenken oder anderen Vorteilen als auch die Annahme, das Versprechenlassen oder das Fordern von Geschenken oder anderen Vorteilen durch Personen für die von ihnen zu realisierenden gesellschaftsschädlichen Handlungen. Bei der durch Korruption bedingten Bevorzugung von Personen sowie dem damit verbundenen Vorteilsstreben werden in der Regel Dienstpflichten verletzt. Die Korruption wird von den imperialistischen Geheimdiensten, anderen feindlichen Stellen und Kräften zur Organisierung und Durchführung vielfältiger Formen der subversiven Tätigkeit gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung genutzt. Imperialistische Geheimdienste wenden die Korruption zur Anwerbung von Agenten und zur Schaffung fester Bindungen zu ihnen an. Vertreter kapitalistischer Wirtschaftsunternehmen begehen die Korruption vor allem zur Gewinnung und zum Ausbau personeller — > Stützpunkte in der Volkswirtschaft der DDR für die Realisierung staatsfeindlicher Ziele und zur Erlangung kommerzieller und anderer ökonomischer Vorteile.
Gesetzliche Grundlagen zur Bekämpfung der Korruption sind:
§§ 247, 248 StGB, § 19 OWVO.1




1 Definition: Korruption / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 231.