Stasi, Wörterbuch, Seite 215 / 2


Katastrophen Schadens- oder Unglücksfälle, Naturereignisse, die zu erheblichen, äußerst folgenschweren, verheerenden materiellen oder personellen Schäden, entsprechenden politischen Auswirkungen sowie einer hohen Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen führen und in der Regel ein überörtliches Ausmaß ausweisen.

Katastrophen können durch Staatsverbrechen, Verbrechen der allgemeinen Kriminalität, fahrlässige Handlungen, Naturgewalten oder menschliches bzw. technisches Versagen hervorgerufen werden. Die Bekämpfung von Katastrophen macht den koordinierten Einsatz von Menschen und Mitteln erforderlich, der nicht von einzelnen Staats- und Wirtschaftsorganen allein geleitet und organisiert werden kann. Im Vordergrund des Kampfes gegen Katastrophen steht die vorbeugende Tätigkeit zu ihrer Verhütung; in erster Linie durch die Beseitigung von Gefahrenquellen und durch die planmäßige Organisierung der Katastrophenbekämpfung.

Für das MfS ist im Katastrophenfall eine Untersuchung unter dem Gesichtspunkt einer eventuellen Verursachung durch feindliche Handlungen notwendig sowie auch die Festlegung und Durchführung von Maßnahmen zur Verhinderung der Ausnutzung im Rahmen anderer Formen der Feindtätigkeit.1




1 Definition: Katastrophen / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 215 (1. Austauschblatt).