Wörterbuch der Staatssicherheit, Seite 214 / 2


Kaderreserve Angehörige des MfS, die für den Einsatz in leitende Dienststellungen entsprechend der Nomenklatur vorbereitet und erprobt wurden und bei Bedarf einsetzbar sind. Die Kaderreserve ist entsprechend dem realen Bedarf zur Besetzung leitender Dienststellungen für einen überschaubaren Zeitraum zu schaffen. Angehörige der Kaderreserve müssen sich auszeichnen durch:
Parteiverbundenheit, Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit sowie charakterlich-moralische Reife,
hohe marxistisch-leninistische sowie politisch-operative und fachliche Kenntnisse,
umfangreiche Erfahrungen in der politischen Arbeit und Fähigkeiten zur Lösung politisch-operativer Aufgaben,
Qualifikation für die vorgesehene Dienststellung bzw. die Voraussetzungen für deren Erwerb,
aufgabenbezogene militärisch-tschekistische bzw. Kenntnisse der Stabsarbeit,
Eigenschaften zur Leitung von Kollektiven und Mitarbeitern,
physische und psychische Belastbarkeit.
Die Angehörigen der Kaderreserve sind vor allem im Prozeß der Arbeit sowie durch den Besuch von Schulen und Lehrgängen zu entwickeln. Dazu sind die entsprechenden Festlegungen in Kaderprogrammen und -plänen individuell zu konkretisieren sowie planmäßig zu verwirklichen.1




1 Definition: Kaderreserve / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 214.