Stasi Wörterbuch Seite 180 / 1


Inoffizieller Mitarbeiter; Beendigung der Zusammenarbeit sie erfolgt, wenn nachweislich Gründe vorliegen, die eine weitere Zusammenarbeit mit dem IM ausschließen.

Solche Gründe können u. a. sein: fortgesetzte Unehrlichkeit, Dekonspiration, Entlarvung des IM als Doppelagent oder Provokateur, kategorische Ablehnung der weiteren Zusammenarbeit, erschöpfte Einsatzmöglichkeiten bzw. Perspektivlosigkeit oder langandauernde Erkrankung, Invalidität, Heirat oder Versorgung von Kindern, wenn dadurch kein erfolgreicher Einsatz mehr zugelassen wird.

Vor Beendigung der Zusammenarbeit muß geprüft werden:
— welche Einsatzmöglichkeiten bei dem IM noch vorhanden oder zu schaffen sind bzw. durch Umbesetzungen oder andere politisch-operative Maßnahmen entwickelt werden können,
— worin die Ursachen für die B. bestehen und
— welche Maßnahmen zur Gewährleistung der Konspiration eventuell gefährdeter anderer IM und zur Abwehr eventueller Auswirkungen auf die Erfüllung politisch-operativer Aufgaben einzuleiten sind.

Aus den dabei festgestellten Mängeln in der Zusammenarbeit mit dem IM sind notwendige Schlußfolgerungen für die Zusammenarbeit mit den anderen IM zu ziehen. Nach Beendigung der Zusammenarbeit ist der IM-Vorgang zu archivieren. Seine Reaktivierung und Neuregistrierung ist möglich, wenn die Gründe, die zur Beendigung der Zusammenarbeit führten, nicht mehr gegeben sind.

s. a. Unterbrechung der Zusammenarbeit
s. a. Abbruch der Verbindung1




1 Definition: Inoffizieller Mitarbeiter; Beendigung der Zusammenarbeit / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 180.