Stasi-Wörterbuch Seite 173 / 1


Informationsbedarf die qualitativ und quantitativ bestimmte Gesamtheit von Informationen, die zur Lösung politisch-operativer Aufgaben insbesondere zur Einschätzung der politisch-operativen Lage, zur Bearbeitung konkreter Sachverhalte und Personen, zur Beweisführung, zur Begründung von Entscheidungen und zur Kontrolle über den Verlauf und die Ergebnisse der politisch-operativen Arbeit benötigt werden.

Die Bestimmung und konkrete Vorgabe des Informationsbedarfs ist die wesentliche Voraussetzung
— für den zielgerichteten Einsatz operativer Kräfte und Mittel und die Nutzung offizieller Quellen zur Gewinnung operativ bedeutsamer Informationen,
— für die Erhöhung des Anteils operativ bedeutsamer Informationen am Informationsaufkommen, insbesondere zur Bestimmung, Präzisierung und wirksamen Sicherung bzw. Bearbeitung politisch-operativer Schwerpunktbereiche und Schwerpunkte,
— für die allseitige und selbständige schöpferische Nutzung operativer Möglichkeiten zur Informationsgewinnung durch IM/GMS und alle Angehörigen des MfS,
— für die Einschätzung der operativen Bedeutsamkeit einzelner Informationen und der mit der Informationsgewinnung erzielten Wirksamkeit der politisch-operativen Arbeit im Verantwortungsbereich.

Ausgangspunkt der Bestimmung des Informationsbedarfs sind stets die zu lösenden Aufgaben. Dabei ist von erhaltenen Vorgaben, politisch-operativen Kenntnissen und Erfahrungen, der konkreten politisch-operativen Lage und im einzelnen vom bereits erreichten Stand der Lösung der Aufgaben auszugehen. Mit der Bestimmung des Informationsbedarfs werden gestellte Aufgaben konkretisiert.1




1 Definition: Informationsbedarf / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 173.