Stasi-Wörterbuch Seite 165 / 1


Havarien im engeren Sinne: Schadensfälle im Luft- und Seefahrtswesen; im weiteren Sinne: wirtschaftlich bedeutsame Betriebsstörungen, die nicht auf Brände und Explosionen zurückzuführen sind und bei denen infolge von Zerstörungen materielle Schäden eintreten sowie möglicherweise Menschen gefährdet, geschädigt oder getötet werden.

Dem Wesen nach handelt es sich um eine Durchbrechung eines technologischen Prozesses infolge Funktionsuntüchtigkeit wichtiger Bestandteile oder anormaler innerer Prozeßabläufe.

Eine Havarie kann hervorgerufen werden durch staatsfeindliche Handlungen, Straftaten gegen das sozialistische Eigentum und die Volkswirtschaft, fahrlässiges Handeln, menschliches Versagen, Naturereignisse, technische Geschehnisse und anderes.

Bei der operativen Bearbeitung von Havarien erfolgt die Aufklärung des —> Vorkommnisses mit der Zielstellung der Ermittlung einer möglichen Verursachung durch feindliche Handlungen, von Zusammenhängen zur wirtschaftlichen — > Störtätigkeit gegen die Volkswirtschaft der DDR und der Verhinderung einer Ausnutzung der Havarien im Rahmen anderer Formen der Feindtätigkeit.

Im Hinblick auf die vorbeugende Verhinderung von Havarien ist das —> Antihavarietraining, als prophylaktische Schulungs- und Ausbildungsmethode zur Beherrschung von Gefahrensituationen, von großer Bedeutung.

Durch politisch-operative Einflußnahme des MfS muß gesichert werden, daß das Antihavarietraining regelmäßig und den konkreten Bedingungen entsprechend durchgeführt wird.1




1 Definition: Havarien / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 165.