Wörterbuch der Stasi, Seite 151 / 2


Grenzübergangsstelle; Kontrollermittler, operativer Mitarbeiter der Paßkontrolleinheiten (PKE) an den — > Grenzübergangsstellen der DDR, der im — > Kontroll- und Abfertigungsverfahren während der Dienstschicht zur Erarbeitung operativ bedeutsamer Hinweise und zur Klärung von relevanten Vorkommnissen, Handlungen und Erscheinungen unter Anleitung des Zugführers der Paßkontrolleinheit tätig ist.

Sein Einsatz erfolgt vor allem zur Erhöhung des operativen Gehaltes in der — > Grenzpassage im Zusammenhang mit
— der Klärung von Anlässen und Gegebenheiten, z. B. beim Verlust von Grenzübertritts dokumenten oder anderen operativ-bedeutsamen
— der Abhandlung von Folgemaßnahmen bei der Feststellung von Fahndungsobjekten, insbesondere deren — > Zurückweisung,
— der Durchführung von Verhaltensbeobachtungen bei operativ interessanten Personen und Sachverhalten mit dem Ziel der Erarbeitung von operativ bedeutsamen Anhaltspunkten,
— der Festnahme oder Verhaftung von Personen aus dem grenzüberschreitenden Verkehr auf der Grundlage bestätigter Fahndungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Gewährleistung einer hohen Sicherheit und Ordnung.

Der operative Kontrollermittler soll aufgrund seiner politisch-operativen Grundkenntnisse Einfluß auf die weitere Qualifizierung der — > Filtrierung sowie der vorbeugenden Verhinderung und Bekämpfung des subversiven Mißbrauchs des grenzüberschreitenden Verkehrs an den Grenzübergangsstellen nehmen.1




1 Definition: Grenzübergangsstelle; Kontrollermittler, operativer / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 151.