Wörterbuch der Stasi, Seite 147 / 1


Grenzübergangsstelle  (GÜST) durch den Ministerrat der DDR festgelegtes und entsprechend bestehender Sicherheitserfordernisse besonders gesichertes und abgegrenztes Territorium, auf dem die Kontrolle und Abfertigung des — > grenzüberschreitenden Verkehrs durch die dazu befugten staatlichen Organe und Einrichtungen der DDR auf der Grundlage spezieller innerstaatlicher Rechtssätze erfolgt.

Die Einrichtung erfolgt in der Regel an grenzüberschreitenden Verkehrswegen, deren Benutzung für den grenzüberschreitenden Verkehr mit den Nachbarstaaten durch Verträge, Abkommen oder Vereinbarungen festgelegt wurde, soweit das erforderlich ist.

Die Grenzübergangsstelle als Bestandteil des — > Grenzregimes der DDR kann unmittelbar an der Staatsgrenze wie auch an geeigneten Orten im Hinterland angelegt werden.

In jedem Fall ist zu sichern, daß die von den Grenzübergangsstelle zur Staatsgrenze führenden Grenzstreckenabschnitte nicht unberechtigt und unkontrolliert benutzt werden können.

Grenzübergangsstellen sind entsprechend der Art des Verkehrsweges für bestimmte Verkehrsarten (Straßen-, Eisenbahn-, Binnenschiffs-, Seeschiffs- und Flugverkehr) vorgesehen und mit den dafür erforderlichen Kontroll- und Abfertigungseinrichtungen ausgestattet.

Sie sind für bestimmte Personen-, Reise- und Verkehrskategorien wie z. B. den Wechselverkehr, Transitverkehr, paß- und visafreien Verkehr, Güterverkehr zugelassen.

Grenzübergangsstellen können auf der Grundlage zwischenstaatlicher Vereinbarungen zur gemeinsamen Kontrolle und Abfertigung des grenzüberschreitenden Verkehrs mit den Kontrollorganen des Nachbarstaates genutzt werden bzw. sich auf dem Territorium des Nachbarstaates befinden.

Grenzübergangsstellen sind in der Regel täglich von 00.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet, jedoch können durch rechtliche Bestimmungen andere Festlegungen getroffen werden.1




1 Definition: Grenzübergangsstelle (GÜST) / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 147.