Wörterbuch des MfS, Seite 142 / 4

Staatssicherheit-Wörterbuch Seite 143 / 1



Grenzgebiet auf staatlicher Grundlage festgelegter und markierter Geländestreifen entlang der Staatsgrenze, dessen Tiefe durch innerstaatliche Bestimmungen festgelegt ist und in dem besondere Rechtsvorschriften zur Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit gelten.

Die Einrichtung des Grenzgebietes entlang der Staatsgrenze der DDR zur BRD und zu Westberlin einschließlich der Seegrenze erfolgte auf der Grundlage der Verordnung zum Schutze der Staatsgrenze der DDR.

Entlang der Staatsgrenze der DDR zur BRD besteht das Grenzgebiet aus dem Schutzstreifen und der Sperrzone.

Entlang der Staatsgrenze der DDR zu Westberlin besteht das Grenzgebiet aus einem Schutzstreifen.

Entlang der Küste der DDR besteht das Grenzgebiet aus dem Schutzstreifen (von Pötenitzer Wiek bis Steinbeck, Kreis Grevesmühlen) und der Grenzzone einschließlich der inneren Seegewässer.

Die Sperrzone ist der Geländestreifen, dessen Tiefe nach vorn durch die hintere Begrenzung des Schutzstreifens und nach hinten durch den Verlauf des Grenzgebietes festgelegt ist (ca. 3 — 5 km).

Die Grenzzone ist der entlang der Küste der DDR verlaufende Geländestreifen, dessen Tiefe nach vorn durch die Grundlinie der Küste und nach hinten durch eine in ca. 5 km Tiefe verlaufende Linie festgelegt ist, die analog der Grundlinie verläuft (einschließlich der Inseln Poel, Rügen, Hiddensee und Usedom sowie der Halbinseln Darß und Wustrow).

Der Schutzstreifen ist ein Gebiet, dessen Tiefe nach vorn durch den unmittelbaren Verlauf der Staatsgrenze und nach hinten durch den Verlauf der Sperrzone begrenzt wird (entsprechend den territorialen Bedingungen etwa 50 — 500 m tief).

Er schließt den Handlungsraum der Grenztruppen der DDR als militärisches Sperrgebiet ein.1




1 Definition: Grenzgebiet / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 142, 143.