Stasi-Wörterbuch Seite 135 / 2


Geheimschutzorgan Einrichtung und Organisation im Operationsgebiet, das als staatliches Funktionalorgan oder in rechtlicher Eigenständigkeit im staatlichen, gesellschaftlichen oder privatwirtschaftlichen Bereich im Interesse der Geheimhaltung sowohl globaler als auch einzelner, nach innen und/oder nach außen gerichteter politischer, ökonomischer, militärischer Ziele, Absichten, Maßnahmen imperialistischer Machtgruppierungen wirksam wird. Das Geheimschutzorgan erfüllt seine Aufgabe auf der Grundlage spezifischer rechtlicher Normative, in Anleitung durch und Zusammenarbeit mit Staatsschutzorganen des jeweiligen Landes, im Zusammenwirken mit anderen Geheimschutzorganen und mit den entsprechenden Leitungskräften.

Geheimschutzorgane arbeiten haupt- oder nebenamtlich, offen oder getarnt. Geheimschutzorgane planen, organisieren, initiieren, realisieren bauliche, technische und Maßnahmen der Suche, Auswahl, Überprüfung, Schulung, Belehrung, ständigen Kontrolle und Überwachung der Geheimnisträger und potentiellen Geheimnisträger.

Geheimschutzorgane bearbeiten Verletzungen der Geheimschutzbestimmungen und veranlassen ihre differenzierte Ahndung und Auswertung. Mit ihrer Tätigkeit sind Geheimschutzorgane insbesondere auf die Verhinderung des Eindringens und das Erkennen von Kundschaftern, aber auch von progressiven Kräften und Kräften der Konkurrenz in Geheimbereichen ausgerichtet.1




1 Definition: Geheimschutzorgan / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 135.