Stasi-Wörterbuch Seite 132 / 1


Geheimnisträger Personen, die Geheimnisse in ihrem Bewußtsein als nichtvergegenständlichte Informationen aufbewahren, oder Gegenstände, die ihrer Art und Beschaffenheit nach Geheimnisse speichern (Dokumente, Schriftstücke, Filme, Tonträger, Zeichnungen, Bilder, Karten, Symbole, Signale, Zeichen usw.) bzw. in sich selbst vergegenständlicht haben (Maschinen, Waffen, Anlagen, Geräte, Modelle usw.).

Für den Geheimnisschutz ist die politische und moralische Einstellung und Reife der personellen Geheimnisträger, insbesondere der für ihren Schutz verantwortlichen Leiter, von entscheidender Bedeutung. Sie haben nicht nur die ihnen bekannten Geheimnisse durch die Schweigepflicht geheimzuhalten, sondern auch die sachlichen (vergegenständlichten) Geheimnisträger gegen unbefugte Offenbarung durch die Einhaltung und Durchsetzung der geltenden Rechtsvorschriften zu sichern.

Geheimnisträger sind Angriffsobjekte fremder Mächte, deren Einrichtungen oder Vertreter oder von Geheimdiensten oder ausländischen Organisationen oder deren Helfer und sind daher wesentlicher Bestandteil der politisch­operativen Abwehrarbeit des MfS. Dabei ist zwischen Trägern von — > Staatsgeheimnissen und — > Dienstgeheimnissen zu differenzieren.1




1 Definition: Geheimnisträger / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 132.