Stasi-Wörterbuch Seite 129 / 2

Staatssicherheit-Wörterbuch Seite 130 / 1


Geheimhaltung, politisch-operative Normen, darauf beruhende Maßnahmen, Einrichtungen und Verhaltensweisen zum Schutz der Ziele, Inhalte, Instrumentarien und Ergebnisse der Arbeit des MfS vor jeglicher unbefugter Offenbarung. Sie betrifft inhaltlich
— die aktive Verhinderung des Zugangs des Gegners zu allen ihm im Kampf gegen den Sozialismus nutzenden Informationen,
— die Geheimhaltung von Informationen gegenüber der Öffentlichkeit, die im Interesse der Wirksamkeit der Abwehr- und Aufklärungsaufgaben des MfS nicht in dessen konkrete Tätigkeit eingeweiht werden kann,
— eine solche Gestaltung der Verantwortung und Arbeitsteilung in den politisch-operativen Diensteinheiten, die sichert, daß jeder nur das weiß, was er für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt. Die Forderung nach Geheimhaltung stellt hohe Ansprüche an das persönliche Verhalten, an sachliche und technische Hilfsmittel, an die Nutzung der Kommunikationsprozesse und -wege, an die Einhaltung der Ordnung und Arbeitsorganisation sowie an die tschekistische Erziehung. Ihre Realisierung steht im untrennbaren Zusammenhang mit der — > Konspiration in der politisch-operativen Arbeit.1




1 Definition: Geheimhaltung, politisch-operative / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 129, 130.