Stasi-Wörterbuch Seite 126 / 2


Gegenüberstellung Methode der Untersuchungsarbeit zum Erkennen und Nachweisen der objektiven Wahrheit. Die Gegenüberstellung ist auf die Erlangung von Beweismitteln in Form von Beschuldigten- bzw. Zeugenaussagen gerichtet.

Gegenüberstellung zur Überprüfung von Aussagen sowie zur Klärung von Widersprüchen in den Aussagen von Beschuldigten und Zeugen. Zu diesem Zweck können zwei Zeugen, zwei Beschuldigte oder ein Zeuge und ein Beschuldigter gegenübergestellt werden. Diese besondere Form der Vernehmung muß gut vorbereitet und von den Untersuchungsführern umsichtig durchgeführt werden.

Gegenüberstellung zum Zwecke des Wiedererkennens von Personen. Die gesuchte Person soll den Zeugen bzw. Beschuldigten in einer Gruppe (3 — 5 Personen) äußerlich sich ähnelnder Personen vorgestellt werden, wobei annähernd die gleichen Bedingungen hergestellt werden müssen, unter denen das relevante Kennenlernen erfolgte (Licht- und Sichtverhältnisse, Bekleidung, mitgeführte Gegenstände, Bewegung der Person u. ä.).1




1 Definition: Gegenüberstellung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 126.