Stasi-Wörterbuch Seite 122 / 5

Staatssicherheit-Wörterbuch Seite 123 / 1


Funkverbindung, nachrichtendienstliche dient der Übermittlung bzw. dem Empfang von chiffrierten Informationen zwischen den Zentralen imperialistischer Geheimdienste und deren Agenten auf dem Gebiet der DDR unter Anwendung drahtloser Übertragungsverfahren.

Sie hat einen festen Platz im — > Verbindungssystem der Geheimdienste.

Bei der nachrichtendienstlichen Funkverbindung ist zu unterscheiden zwischen einseitiger und zweiseitiger Funkverbindung.

Die einseitige Funkverbindung als überwiegende Form der Funkverbindung besteht als sogenannte Blindfunklinie. Von der Zentrale werden vorwiegend in der Betriebsart Telefonie (Sprechfunk) oder Telegrafie (Tastfunk) Anweisungen an Spione gesendet, ohne daß die Zentrale eine unmittelbare Bestätigung über den Empfang des Spruches erhält. Als Empfangsgeräte werden von den Spionen in der Regel handelsübliche Radioapparate aus der DDR-Produktion mit entsprechenden Kurzwellbereichen benutzt. Eine spezielle Form dieser Funkverbindung ist der vom Bundesnachrichtendienst (BND) praktizierte — > Rundspruchdienst (RSD).

Im Unterschied zur einseitigen Funkverbindung hat bei der zweiseitigen Funkverbindung der Funkspion die Möglichkeit, selbst Funksprüche an die Zentrale zu senden. Während der Empfang wie unter den Bedingungen des einseitigen Funkverbindung erfolgt, benötigt der Funkspion Funksendeanlagen, um mittels Schnellgeber seine Informationen an die Zentrale zu übermitteln.1




1 Definition: Funkverbindung, nachrichtendienstliche / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 122, 123.