Staatssicherheit Wörterbuch Seite 95 / 2


Ereignisort Ort, an dem sich ein Vorkommnis zeigt, das bei näherer Prüfung politisch-operative Relevanz aufweisen kann. Erst  mit der — > Ereignisortuntersuchung kann in der Regel eine Prüfung der politisch-operativen Relevanz des Vorkommnisses vorgenommen und eine konkretisierte Festlegung darüber getroffen werden, ob es sich bei dem Ereignisort um einen — > Tatort, Fundort, Unfallort, Havarieort usw. handelt.

Abgeleitet von der Betrachtung des äußeren Erscheinungsbildes eines Ereignisortes werden auch solche Bezeichnungen wie Brandort, Explosionsort, Ort eines Schußereignisses u. a. verwendet. Ereignisorte können sich im freien Gelände, in Gebäuden, in Räumen, in Eisenbahnzügen, auf Schiffen, in Flugzeugen usw. befinden.

Ein Ereignisort kann sich z. B. auch in Form eines von kriminellen Menschenhändlerbanden benutzten Kfz, eines Ortes der Kontaktaufnahme mit feindlich-negativen Kräften, der Fahrstrecke und Anhaltestellen von Transitabweichern darstellen.

Auch alle derartigen Ereignisorte müssen gewissenhaft ermittelt, abgesichert und untersucht werden. Wegen der am Ereignisort hervorgerufenen Veränderungen und der mit Notwendigkeit dabei entstehenden/hinterlassenen Spuren ist der Ereignisort grundsätzlich eine sehr wertvolle Quelle für die Informationsgewinnung und für die Feststellung und Sicherung von Beweismitteln, vor allem in Form von Sachbeweisen.1




1 Definition: Ereignisdokumentierung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 95.