Wörterbuch Staatssicherheit Seite 89 / 4

Stasi, Wörterbuch, Seite 90 / 1


Einstellungen zum MfS drücken über die Verhaltensweisen die Beziehung aus, die eine Person zum MfS hat bzw. eingeht.

In den verschiedenen Formen der Zusammenarbeit mit dem MfS müssen vielfältige unterschiedliche Einstellungen bei den betreffenden Personen beachtet und genutzt werden. Sie werden mittels Einstellungsbildung entwickelt und gefestigt, insbesondere durch:

— die verschiedensten Kontakte mit dem MfS, wobei die Bürger Einsichten, Erfahrungen, Überzeugungen zur Arbeit mit dem MfS gewinnen (Öffentlichkeitsarbeit, offizielle und inoffizielle Zusammenarbeit),
— die individuelle Wirkung der Erfolge des MfS im Kampf gegen den Feind,
— das konsequente Einhalten der sozialistischen Gesetzlichkeit,
— das persönliche vorbildliche Auftreten jedes Mitarbeiters.

Je größer die Wirksamkeit dieser Faktoren ist, um so weniger kann der Feind negative, ablehnende Einstellungen durch — > Manipulierung des Bewußtseins erzeugen. Vor allem bei IM, die der Zusammenarbeit ohne positive politische Überzeugungen zustimmten, ist es möglich und notwendig, vorhandene negative Einstellungen, auch antisozialistische Einstellungen zu neutralisieren, konsequent abzubauen und in der Zusammenarbeit operative und erzieherische Erfolge zu erreichen.1




1 Definition: Einstellungen zum MfS / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 89, 90.