Stasi-Wörterbuch Seite 88 / 1


Einstellung in der Auseinandersetzung mit der Umwelt erworbene Persönlichkeitseigenschaft, die als objektbezogene innere Handlungs- und Reaktionsbereitschaft relativ beständig das Erleben und Verhalten ausrichtet.

Einstellungen spielen in allen operativen und operativ interessierenden Handlungen eine wichtige Rolle, da sie persönliche Entscheidungen erleichtern, eine entsprechende Orientierung in der Handlungssituation vom Standpunkt des Handelnden aus erlauben, das Einhalten bestimmter Normen und Regeln innerlich mitbedingen und insgesamt motivierend wirken.

Als Einstellungen zur Welt und Gesellschaft, zu anderen Menschen und Kollektiven, zur Arbeit und zu sich selbst können sie sich vielseitig und differenziert beim einzelnen entwickeln. Genaue Kenntnis der Einstellung läßt Voraussagen von hoher Wahrscheinlichkeit auf künftiges Verhalten zu.

Bei starker Verfestigung und Verallgemeinerung können Einstellungen die Qualität von Überzeugungen annehmen. Diese sind zumeist weltanschaulichen und wissenschaftlichen Inhalts und haben in der Denk- und Lebensweise eines Menschen eine zentrale Bedeutung.

Als sozialistische, religiöse, humanistische oder auch antikommunistische Überzeugungen können sie maßgeblich das Gesamtverhalten bedingen.1




1 Definition: Einstellung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 88.