Stasi Wörterbuch, Seite 70 / 2

Stasi, Wörterbuch, Seite 71 / 1


Denken, sicherheitspolitisches bewußtes, von den Erfordernissen der Sicherheitspolitik der Partei inhaltlich bestimmtes Herangehen an die gedankliche Vorbereitung und an die praktische Durchführung von Handlungen zur Realisierung gesellschaftlicher Verantwortung.

Sicherheitspolitisches Denken ist damit die für die praktische Wirksamkeit der Sicherheitspolitik notwendige Umsetzung strategischer Prinzipien in Haltungen und Fähigkeiten handelnder Personen. Durch seine Verbesserung und Verbreitung wird ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der gesellschaftlichen Wachsamkeit und zur Qualifizierung der politisch-operativen Arbeit geleistet. Wesentliche Merkmale des sicherheitspolitischen Denkens sind

— das selbständige Ableiten von — > Sicherheitserfordernissen aus gesellschaftlichen Entwicklungen und das Erkennen ihrer u. U. plötzlichen Veränderungen,
— die durchgängige Berücksichtigung der Einheit von Ökonomie, Politik, Ideologie und Sicherheit bei der Wahrnehmung jeglicher gesellschaftlicher Verantwortung,
— die bewußte Einbeziehung des Sicherheitsfaktors als mitbestimmende Bedingung aller Entscheidungsprozesse und das Kalkulieren von Konsequenzen für die Sicherheit bei allen vorgesehenen Maßnahmen,
— die Bestimmung und Garantierung des richtigen Maßes an Sicherheit für die Lagebeherrschung auf der Grundlage einer objektiven und realistischen Lageeinschätzung.

Die Entwicklung des sicherheitspolitischen Denkens ist wichtiges Ziel und Element der tschekistischen Erziehung.

Sie verlangt die Beherrschung der Gesetzmäßigkeiten der Systemauseinandersetzung und der sozialistischen Entwicklung, die ständige Vertiefung und Aktualisierung des Feindbildes sowie die Vervollkommnung der analytischen Fähigkeit.1




1 Definition: Denken, sicherheitspolitisches / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 70, 71.