Stasi Wörterbuch, Seite 68 / 3

Stasi, Wörterbuch, Seite 69 / 1


Dekonspiration Offenbarung bzw. Enttarnung politisch-operativer Arbeitsprinzipien, Ziele und Absichten, Maßnahmen, Kräfte, Mittel und Einrichtungen, die in der Regel zu erheblicher Gefährdung der Realisierung operativer Aufgaben, wachsendem politischen Schaden, zum Verlust operativer Potenzen bzw. zur erheblichen Einschränkung ihrer Wirksamkeit führt.

Die Ursachen für die Dekonspiration sind differenziert und reichen von Fehlern im operativen Handeln über Wirkungen der Tätigkeit des Feindes bis zum Einfluß von Zufälligkeiten. Die Aufmerksamkeit zur Verhinderung von Dekonspirationen muß insbesondere gerichtet werden auf

— leichtsinnige, schematische, mit blindmachender Routine vorbereitete und realisierte operative Handlungen, insbesondere Verletzungen der Geheimhaltung und Wachsamkeit und des Quellenschutzes,
— Unterschätzung der Gefährlichkeit, Raffiniertheit und Effizienz der Tätigkeit des Feindes und seiner Abwehreinrichtungen; Nichterkennen gezielter feindlicher Provokationen,
— ideologische Fehlhaltungen, ungenügende Bindungen an das MfS, Nichtstandhalten gegenüber dem feindlichen ideologischen Druck, daraus resultierende Versuche des Ausweichens vor der konspirativen Arbeit,
— ungenügende politisch-operative Handlungsvorbereitung und Nichteignung für bestimmte Arbeitsrichtungen.1




1 Definition: Dekonspiration / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 68, 69.