Wörterbuch der Staatssicherheit, Seite 67 / 1


Daktyloskopie Methode der kriminalistischen — > Personenidentifizierung, die darauf beruht, daß die Papillarleistengebilde an den Fingern/Händen sowie an den Fußsohlen beständig und in ihrer Gestaltung einmalig sind.

In der politisch-operativen Arbeit ist die Suche, Sicherung und Auswertung daktyloskopischer Spuren immer dann vorzunehmen, wenn Personen bei operativ bedeutsamen Handlungen Spuren hinterlassen haben bzw. wenn an Orten/Gegenständen, die bei der Aufklärung politisch-operativer — > Vorkommnisse untersucht werden müssen, mit dem Vorhandensein von daktyloskopischen Spuren zu rechnen ist.

Durch die operativen Kräfte und Maßnahmen sind die zur vergleichenden Untersuchung erforderlichen Vergleichsfingerabdrücke in der Regel konspirativ zu beschaffen. Die in der politisch-operativen Arbeit gesicherten daktyloskopischen Spuren sowie die beschafften Vergleichsfingerabdrücke werden zentral erfaßt, klassifiziert und gespeichert.

Die im MfS geführte daktyloskopische Sammlung bildet eine wichtige Grundlage für das Erkennen und die Identifizierung feindlich-negativer Kräfte und anderweitig operativ interessieEine — > Expertise, in deren Ergebnis eine Person als Verursacher von daktyloskopischen Spuren identifiziert oder ausgeschlossen werden kann, erbringt einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Qualität der Beweisführung.1




1 Definition: Daktyloskopie / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 67.