Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 53 / 2


Beobachtung, operative operativer Prozeß zur Gewinnung operativ bedeutsamer Informationen durch gezieltes Wahrnehmen des äußeren Verhaltens und Bewegens operativ interessierender Personen (Beobachtungsobjekte).

Beobachtungsobjekte können Personen sein, die feindlich-negative Aktivitäten planen, vorbereiten bzw. durchführen oder deren Handlungen, Verhaltensweisen und Aufenthaltsorte aus anderen Gründen von sicherheitspolitischem Interesse sind.

Bei der Einleitung der Beobachtung sind festzulegen:
— reale und konkrete Ziele für die Beobachtung unter Beachtung der gegebenen Möglichkeiten,
— die zu beobachtenden Personen und ihre Verbindungen, die Zeiträume und örtlichen Bereiche,
— die Abstimmung mit den anderen zum Einsatz kommenden Kräften, insbesondere mit den IM, und der abgestimmte Einsatz der Mittel und Methoden,
— eine zweckmäßige Zusammenarbeit zwischen auftragsersuchender und beobachtungsdurchführender Diensteinheit. Die Einleitung der Beobachtung erfolgt auf der Grundlage des bestätigten Auftragsersuchens und einer Absprache mit der beobachtungsdurchführenden Diensteinheit.

Die Durchführung der Beobachtung erfordert den Einsatz befähigter Beobachtungskräfte (U-Mitarbeiter und IM-Beobachter) sowie die Anwendung spezifischer operativ-technischer Mittel und operativ-taktischer Methoden. Die Ergebnisse der Beobachtung sind aussagekräftig zu dokumentieren.1




1 Definition: Beobachtung, operative / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 53.