Wörterbuch Staatssicherheit, Seite 52 / 2


Begehungsweise im weiteren Sinne: Die Art und Weise der Verwirklichung einer vom Gesetz als Straftat beschriebenen Handlung, einschließlich der Mittel und Methoden der — > Tatbegehung, im engeren Sinne: Die in den speziellen Strafrechtsnormen vorhandene exakte Beschreibung der Begehungsweise, in der die Straftat realisiert werden kann. Die Verwirklichung der vom Gesetz beschriebenen Begehungsweise ist Bestandteil der objektiven Seite der Straftat und bildet somit eine entscheidende Voraussetzung für die Prüfung und Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit.

Es bestehen enge Zusammenhänge zwischen Begehungsweise, den allgemein möglichen Begehungsformen (Tun/Unterlassen), dem Kausalzusammenhang, den Mitteln und Methoden der Tatbegehung sowie den vom Tatbestand geforderten Bedingungen von Raum und Zeit. Die Begehungsweise konkreter Tatbestände und ihr Auftreten in der gesellschaftlichen Realität bilden in ihrer Analyse konkrete Ansatzpunkte für die Vorbeugung, Aufdeckung und Bekämpfung der Kriminalität, insbesondere für die Herausarbeitung von Ursachen und begünstigenden Bedingungen von möglichen neuen Angriffsrichtungen des Feindes, für die Ermittlung unbekannter Täter und damit für die Zurückckdrangung von Straftaten.1




1 Definition: Begehungsweise / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 52.