Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 41 / 2

Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 42 / 1



Aussagebereitschaft freiwillige Bereitschaft einer Person, gegenüber dem MfS zu bestimmten Sachverhalten wahre und sachbezogene Mitteilungen zu machen. Innerlich ist die Aussagebereitschaft vor allem durch vorhandene und sich verändernde Einstellungen und Überzeugungen politisch-ideologischer, moralischer, rechtlicher, religiöser und ähnlicher Art sowie durch aktuelle Gefühlsbewegungen und Erkenntnisleistungen bedingt.

Die Aussagebereitschaft ist häufig nicht von vornherein gegeben und nicht immer unveränderlich. Sie wird deshalb durch die Konfrontation mit gesetzlichen und moralischen Anforderungen herbeigeführt und aufrechterhalten.

Wesentliche Faktoren, die die Aussagebereitschaft einer Person beeinflussen, sind die Persönlichkeit des operativen Mitarbeiters, die Beweismittellage, die angewendete Taktik bei der Vernehmung bzw. Befragung sowie die dabei vorhandenen äußeren Bedingungen.

Die Aussagebereitschaft von Personen darf weder durch psychische noch physische Gewalt erzwungen werden.

Die Rechte von Personen aus der Verfassung, der Strafprozeßordnung und anderen Rechtsvorschriften sind strikt zu achten.1




1 Definition: Aussagebereitschaft / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 41-42.