Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 41 / 1


Auslagerung, geheimdienstiiche konspirativer Transport, konspirative Unterbringung und Aufbewahrung nachrichtendienstlicher und anderer Hilfsmittel durch Agenten der Geheimdienste bzw. anderer feindlicher Stellen in — > Fernverstecken.

Mit der Auslagerung wird das Ziel verfolgt, bei angeordneter Tätigkeitsunterbrechung, bei längerer Abwesenheit des Agenten, vorübergehender Unterbrechung der Verbindung, in Gefahrensituationen (u. a. Festnahme, Verhaftung, Hausdurchsuchung) oder anderen, die Agenten betreffende Ereignisse, zu verhindern, daß Hilfsmittel vorgefunden und Rückschlüsse auf die feindliche Tätigkeit der Agenten durch die Sicherheitsorgane erfolgen können.

Die Auslagerung erfolgt auf Weisung des Auftraggebers bzw. aus eigener Lageeinschätzung der Agenten auf der Grundlage erteilter Instruktionen. Sie wird auch zur Übergabe von Hilfsmitteln an andere Agenten bzw. bei der Konservierung von Agenten vollzogen. Ausgelagert werden auch solche Hilfsmittel, die längere Zeit nicht bzw. selten benötigt werden, die als Reserve dienen oder die akute Gefahren für die persönliche Sicherheit der Agenten hervorrufen können.

Geheimdienste lagern z. T. mittels Kurieren Hilfsmittel aus, welche vorerst nicht für bestimmte Agenten vorgesehen sind. Diese werden für den sogenannten E-Fall vorbereitet und können bei Ausfall der Nachschubwege kurzfristig, z. B. über Funk, mitgeteilt werden.1




1 Definition: Auslagerung, geheimdienstliche / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 41.