Staatssicherheit Deutsche Demokratische Republik



Statut Ministerium für Staatssicherheit


I. Stellung und Hauptaufgaben des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR , § 1 , (1) Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ist ein Organ des Ministerrates. Es gewährleistet als Sicherheits- und Rechtspflegeorgan die staatliche Sicherheit und den Schutz der Deutschen Demokratischen Republik. (2) Das MfS verwirklicht seine Aufgaben auf der Grundlage - des Programmes der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands; - der Beschlüsse des Zentralkomitees und des Politbüros des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands; - der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik, der Gesetze und Beschlüsse der Volkskammer; - der Erlasse und Beschlüsse des Staatsrates; - der Beschlüsse und Anordnungen des Nationalen Verteidigungsrates und der Befehle, Direktiven und Weisungen seines Vorsitzenden; - der Verordnungen und Beschlüsse des Ministerrates sowie anderer allgemeinverbindlicher Rechtsvorschriften. (3) Die Tätigkeit des MfS konzentriert sich auf die Aufklärung und Abwehr zur Entlarvung und Verhinderung feindlicher Pläne und Absichten der aggressiven imperialistischen Kräfte und ihrer Helfer und dient - der Festigung und Stärkung des sozialistischen Staatesals der politischen Organisation der Werktätigen, die gemeinsam unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den Sozialismus verwirklichen;- der Sicherung der Gestaltung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus; - dem Schutz der verfassungsmäßigen Grundrechte und des friedlichen Lebens der Bürger. § 2, Die Hauptaufgabe des MfS zum Schutze der Souveränität, bei der allseitigen politischen, militärischen, ökonomischen und kulturellen Stärkung der Deutschen Demokratischen Republik, der Sicherung der sozialistischen Errungenschaften und der Staatsgrenze mit spezifischen Mitteln und Methoden besteht darin: a) feindliche Agenturen zu zerschlagen, Geheimdienstzentralen zu zersetzen und andere politisch-operative Maßnahmen gegen die Zentren des Feindes durchzuführen und - ihre geheimen subversiven Pläne und Absichten, ihre konspirative Tätigkeit, insbesondere gegen die Deutsche Demokratische Republik und andere sozialistische Länder, offensiv aufzudecken, - durch rechtzeitige Aufdeckung geplanter militärischer Anschläge und Provokationen gegen die Deutsche Demokratische Republik und andere sozialistische Länder dazu beizutragen, Überraschungshandlungen zu verhindern; b) entsprechend den übertragenen Aufgaben alle erforderlichen Maßnahmen für den Verteidigungszustand vorzubereiten und durchzusetzen; c) Straftaten, insbesondere gegen die Souveränität der Deutschen Demokratischen Republik, den Frieden, die Menschlichkeit und Menschenrechte sowie gegen die Deutsche Demokratische Republik aufzudecken, zu untersuchen und vorbeugende Maßnahmen auf diesem Gebiet zu treffen; d) die zuständigen Partei- und Staatsorgane rechtzeitig und umfassend über feindliche Pläne, Absichten und das gegnerische Potenzial sowie über Mängel und Ungesetzlichkeiten zu informieren; e) die staatliche Sicherheit in der Nationalen Volksarmee und den bewaffneten Organen zu gewährleisten; f) im Zusammenwirken mit den staatlichen Organen, insbesondere dem Ministerium für Nationale Verteidigung und dem Ministerium des Innern, die Staatsgrenze mit spezifischen Mitteln und Methoden zu schützen und unter Einbeziehung der Organe der Zollverwaltung der Deutschen Demokratischen Republik den grenzüberschreitenden Verkehr zu sichern; g) eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. § 3, (1) Das MfS hat zu gewährleisten, dass die staatlichen, wirtschaftlichen, dienstlichen und militärischen Geheimnisse allseitig gegen jede Form der Verletzung der Geheimhaltung geschützt und gesichert und deren personelle Träger in die Maßnahmen des allumfassenden Geheimnisschutzes einbezogen werden. (2) Das MfS hat in Zusammenarbeit mit den staatlichen Organen, Einrichtungen, die mit Verschlusssachen (Tatsachen, Nachrichten, Plänen, Forschungsergebnissen, Zeichnungen und Gegenständen, die aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen oder zum Schutze der DDR geheimzuhalten sind) arbeiten, die Grundsätze für die Arbeit mit Verschlusssachen durchzusetzen, einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Fragen der Sicherheit und Ordnung. § 4, (1) Das MfS führt den Kampf gegen die Feinde in enger Zusammenarbeit mit den Werktätigen und mit Unterstützung aufrechter Patrioten. Auf der Grundlage des Vertrauens und der bewussten Verantwortung der Bürger ist die revolutionäre Massenwachsamkeit in der Deutschen Demokratischen Republik weiter zu erhöhen. Das MfS stützt sich dabei auf eine breite gesellschaftliche Basis, um die Sicherheit der Staats- und Gesellschaftsordnung in noch größerem Umfang zu gewährleisten und zu einer weitgehenden Reduzierung und Ausschließung störender und hemmender Faktoren der Entwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen beizutragen. (2) Das MfS erfüllt die Abwehr- und Aufklärungsaufgaben unter Anwendung spezifischer Mittel und Methoden. § 5, (1) Das MfS arbeitet eng mit anderen staatlichen Organen zusammen, insbesondere mit den Schutz- und Sicherheitsorganen sowie den Rechtspflegeorganen. (2) Das MfS hat das Recht, zu allen Problemen der staatlichen Leitung, durch die Fragen der staatlichen Sicherheit berührt werden, Stellung zu nehmen und Vorschläge zu machen. Im Rahmen der allgemeinverbindlichen Rechtsvorschriften und Beschlüsse ist es befugt, Forderungen gegenüber den zuständigen Stellen zu erheben. (3) Das MfS arbeitet im Rahmen seiner Zuständigkeit allgemeinverbindliche Rechtsvorschriften aus. § 6, Das MfS wirkt auf der Grundlage internationaler Verträge und Vereinbarungen im Kampf gegen den gemeinsamen imperialistischen Feind mit den Sicherheitsorganen sozialistischer Staaten zusammen. § 7, Die wissenschaftliche Führungs- und Leitungstätigkeit im MfS richtet sich vor allem auf: - die Arbeit am Feind und das Eindringen in politische, militärische, ökonomische und wissenschaftliche Zentren des Feindes; - diesbezügliche prognostische und perspektivische Planungen; - Konzentration, Spezialisierung und Koordinierung aller Kräfte, Mittel und Möglichkeiten auf die zielstrebige Lösung der Schwerpunktaufgaben; - systematische Kontrolle des Standes der Erfüllung der Aufgaben und der Analyse der Ergebnisse; - Anwendung neuester Mittel und Methoden in der politisch-operativen Arbeit.
II. Leitung des MfS, § 8, (1) Der Minister leitet das MfS nach dem Prinzip der Einzelleitung. Er ist persönlich für die gesamte Tätigkeit des MfS verantwortlich und der Volkskammer, dem Staatsrat, dem Nationalen Verteidigungsrat und dem Ministerrat rechenschaftspflichtig. (2) Bei Verhinderung des Ministers übernimmt der 1. Stellvertreter des Ministers und bei dessen Verhinderung ein vom Minister beauftragter Stellvertreter des Ministers die Vertretung. § 9, Die Stellvertreter des Ministers sind gegenüber dem Minister für die Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben verantwortlich und rechenschaftspflichtig. § 10, (1) Der Minister legt die sich aus der Arbeit des MfS ergebenden Fragen, deren Entscheidung dem Nationalen Verteidigungsrat oder Ministerrat obliegt, den genannten Organen vor. (2) Der Minister erlässt im Rahmen seiner Zuständigkeit allgemeinverbindliche Rechtsvorschriften, Befehle und andere dienstliche Bestimmungen. § 11, Beim MfS besteht ein Kollegium als beratendes Organ des Ministers. Die Mitglieder des Kollegiums werden vom Minister berufen. § 12, (1) Das MfS gliedert sich in Diensteinheiten entsprechend der bestätigten Struktur. (2) Die Leiter der Diensteinheiten sind im Rahmen ihrer Zuständigkeit ihrem Vorgesetzten für die Lösung der Aufgaben des MfS in ihrem Bereich verantwortlich und rechenschaftspflichtig.
III. Entwicklung und Förderung der Angehörigen des MfS, § 13, (1) Die Angehörigen des MfS leisten im Kampf gegen die Feinde eine verantwortliche Arbeit. Die allseitige Erfüllung ihrer Aufgaben erfordert ihre Erziehung - zu unverbrüchlicher Treue zur Partei der Arbeiterklasse und zur Arbeiter-undBauern-Macht; - zu enger Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und den anderen Werktätigen; - zu unerschütterlicher Siegeszuversicht des Marxismus-Leninismus; - zum sozialistischen Internationalismus; - zur Freundschaft mit der Sowjetunion und anderen sozialistischen Staaten. (2) Durch die richtige Auswahl und kontinuierliche Zuführung neuer Kader, die politisch-ideologische Erziehung und die Aneignung umfangreicher politisch-fachlicher und militärischer Kenntnisse und Fähigkeiten, den zweckmäßigen Einsatz und die planmäßige Entwicklung und Förderung der Angehörigen des MfS ist die militärische Disziplin und Einsatzbereitschaft des MfS ständig so zu erhöhen, dass alle gestellten Aufgaben mit hoher Qualität gelöst werden. § 14, (1) Die Angehörigen des MfS leisten den Fahneneid und haben die Pflicht, ihrem sozialistischen Vaterland, der Deutschen Demokratischen Republik, allzeit treu zu dienen. (2) Der Dienst im MfS ist Wehrersatzdienst. Die Angehörigen des MfS führen militärische Dienstgrade entsprechend der Dienstlaufbahnordnung.
IV. Vertretung des MfS im Rechtsverkehr, § 15, Das MfS ist juristische Person und Haushaltsorganisation. Sein Sitz ist Berlin, die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. § 16, (1) Das MfS wird im Rechtsverkehr durch den Minister vertreten. Bei Verhinderung des Ministers bestimmt sich seine Vertretung nach § 8, Absatz 2. (2) Angehörige des MfS oder andere Personen können zur Vertretung des MfS durch den Minister bevollmächtigt werden. Der Minister kann das Recht zur Bevollmächtigung übertragen.








Die Staatssicherheit (Stasi) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Das MfS war in der Diktatur der SED in der DDR ein eingerichteter politischer Geheimdienst, der mit seinen Mitarbeitern als "Schild und Schwert der Partei" alle entscheidenden Bereiche der Politik und Gesellschaft bis weit hinein in das Private durchsetzt, kontrolliert und gesteuert hat. Dabei wurde jenseits einer demokratisch erlangten Legitimation im Auftrag der in der DDR herrschenden SED-Partei in Umgehung elementarer Menschenrechte gearbeitet. Die Stasi war mit einer Machtfülle ausgestattet, wie sie nur in solch totalitär ausgerichteten Systemen wie der DDR in diesem Umfang möglich ist. Für die Herrschaftssicherung der Partei war die Arbeit der Stasi von überlebenswichtiger Bedeutung, da die SED selbst keinen demokratisch erlangten Rückhalt in der Bevölkerung besaß. Mit seiner faktischen, aber nahezu unsichtbaren Präsenz, die mit dem Mythos einer Omnipräsenz einherging, war der Staatssicherheitsdienst der DDR die einflussreichste und zugleich auch unbekannteste Einrichtung der DDR.







Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mit der zentralen Leitung des Ministeriums durch den Minister für Staatssicherheit und seinen stellvertretenden Ministern in der Zentrale der Staatssicherheit in Berlin


Die Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des MfS der DDR in den 15 Bezirken der DDR in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl. Die Kreisdienststellen (KD) der Stasi in den 217 Stadt- und Landkreisen der Deutschen Demokratischen Republik.








Die Untersuchungshaft in den Untersuchungshaftanstalten des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Folge eingeleiteter Ermittlungsverfahren mit Haft durch die, für die Untersuchungs- und Ermittlungsverfahren verantwortliche Hauptabteilung IX als Untersuchungsorgan des MfS und der Untersuchungshaftvollzug in der Verantwortung der Abteilung XIV des Ministeriums




Die Hochschule, die Unterlagen und die Mitarbeiter des Staatssicherheitdienstes





Aus der ungewöhnlichen Breite und Tiefe der Aufgaben, die sich das Ministerium für Staatssicherheit nach und nach aneignete, und der Tiefe des Eindringens bis in weite Bereiche der Gesellschaft, resultierte die außerordentlich starke Stellung und Bedeutung als Teil der von der SED betriebenen Sicherheitspolitik in der DDR. Das MfS, innerhalb des Macht- und Herrschaftssystems der SED-Diktatur hat sich in den verschiedenen Phasen der Innen- und Außenpolitisch sowie ökonomisch stattgefundenen Veränderungen in ihrer Entwicklungsgeschichte zu einer der zentral tragenden Säulen der SED-Diktatur zunehmend zum Repressionsinstrument der Machtsicherung und Unterdrückung in der DDR entwickelt.
Die dazu erforderlichen Strukturen und der Umfang wurde im Laufe der Jahre von der Stasi immer weiter ausgebaut. So verfügte die Stasi Ende 1989 über 91.000 Mitarbeiter und etwa 189.000 geführte IM in einem durch die Zentrale militärisch organisiertem Liniensystem, über das eine nahezu lückenlose Kontrolle und der Zugriff auf alle wichtigen staatlichen Institutionen mit dem gleichzeitigem Durchdringen der Bereiche des Lebens in der DDR erreicht wurde. Die Staatssicherheit hatte dazu gleichzeitig die faktischen Befugnisse von Polizei und Justiz, so dass jederzeit eigene Kontrollen, Ermittlungsverfahren, Verhaftungen und Inhaftierungen vorgenommen werden konnten. Die ebenfalls zentral durch die SED geführte Justiz der DDR folgte im Regelbetrieb wiederum den Vorgaben der Stasi. Eine parlamentarische Kontrolle oder andere forderbare Rechte gegenüber dem Wirken der Stasi außerhalb des SED-Machtapparates gab es nicht.


Bereiche wie Recht, Wirtschaft, Wissenschaft oder auch der polizeilichen Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die ohnehin durch die Diktatur der SED ihrer Unabhängigkeit verloren hatten, durchsetzte die Stasi mit ihrer Suche nach allgegenwärtigen Sicherheitsrisiken durch angenommene Feindeinflüsse von Innen und Außen. Die Zentrale des MfS in Berlin brachte es alleine in der Organisationsstruktur Ende 1989 auf 60 Diensteinheiten, die als sogenannte Linien direkt dem Minister Erich Mielke oder von einem seiner 4 stellvertretenden Minister als Hauptabteilung (HA), Abteilung (Abt.) oder Gruppe unterstellt waren. Die meisten dieser Linien waren entsprechend in den Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des MfS der DDR in den Bezirken Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl, sowie den untergeordneten Kreisdienststellen (KD) für Staatssicherheit in den 217 Stadt- und Landkreisen der DDR mit Abteilungen, Referaten oder einzelnen Mitarbeitern vertreten.
Für geheimdienstliche Kernaufgaben standen die Linien der Auslandsspionage (HV A), die Militärspionageabwehr (HA I), die zivile Spionageabwehr (HA II) und die Funkaufklärung/abwehr (HA III) zu Verfügung. Diese Linien und Dienstzweige waren nicht als "reine" Nachrichtendienste ausgelegt, sondern nahmen in ihrer Doppelfunktion auch gleichzeitig innere Überwachungsfunktionen wahr. Dazu kamen die Zentrale Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (ZAGG), der Chiffrierdienst (HA XI) und die Abteilung für die Regierungsnachrichtenverbindungen (Abt. N) als Linien für Routineaufgaben zum staatlichen Geheimnisschutz. Von besonderer Bedeutung war die Arbeitsgruppe Bereich Kommerzielle Koordinierung (BKK / KOKO) für den Waffen- und Embargowarenhandel sowie den Devisengeschäften der DDR.
Der geheimpolizeilich betriebene Staatsschutz war für die SED und ihrer Herrschaftssicherung von absolut zentraler Bedeutung. Da es keine wirklich eindeutige Trennung zwischen der Staatssicherheit und der Polizei gab, führte das Ministerium für Staatssicherheit als staatlich zugelassenes Untersuchungsorgan in Eigenregie Ermittlungen und Verhaftungen (HA VIII) und strafprozessuale Untersuchungen (HA IX) durch. Die Stasi verfügte zu dem Untersuchungshaft- und Strafvollzug (Abt. XIV) des MfS über eigene Untersuchungshaftanstalten (UHA) und beaufsichtigte Untersuchungs- und Haftanstalten. Die "operative" Hauptlast der inneren Überwachung lag bei den zuständigen Hauptabteilungen für die Volkswirtschaft (HA XVIII), Verkehr / Post / Infrastruktur (HA XIX) und zur Überwachung Staatsapparat / Kirchen / Kunst / Kultur / politischer Untergrund die (HA XX). Hinzu kam die Zentrale Koordinierungsgruppe für Flucht und Übersiedlung (ZKG). Zu diesen Überwachungsdienststellen gehörte auch die Hauptabteilung (HA VII) die den gesamten Bereich des Innenministeriums einschließlich der Volkspolizei selbst kontrollierte. Gerade diese Linien verfügten in ihrer nach innen ausgerichteten Überwachungsfunktion über eine starke Präsenz in den Bezirken und Kreisen der DDR.
Mehrere Linien waren auf Formen des bewaffneten Kampfes spezialisiert, vorwiegend für den Kriegs und inneren Spannungsfall. Hierzu zählt das (Wachregiment) Feliks E. Dzierzysnki mit über 11.000 Soldaten. Zur Terrorabwehr mit eigenen paramilitärischen Spezialeinheiten für Sabotageakte und Terroranschläge im Hinterland möglicher Kriegsgegner war die (HA XXII) zuständig. Eine eigene Arbeitsgruppe des Ministers sorgte für Schutzraumbau und Mobilmachungsvorbereitungen (AGM).
Ursprünglich klassische Polizeiaufgaben übernahmen die Hauptabteilungen Personenschutz (HA PS), die (HA VI) für die Paßkontrollen und der Kontrolle des Tourismus und die (Abt. XVII) mit den Besucherbüros für Einreiseanträge in Westberlin. Als technische Hilfsdienste für alle Diensteinheiten fungierten die Telefonüberwachung, die Postkontrolle, der Operativ-technische Sektor und die Abteilung Bewaffnung/Chemischer Dienst (BCD). Stabsaufgaben hatten vor allem die Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG) sowie eine Vielzahl weiterer Einheiten (Sekretariate des Ministers und seiner Stellvertreter, Büro der Leitung, Abteilung Internationale Beziehungen, Zentraler Speicher, Rechenzentrum, Rechtsstelle, Zentraler Operativstab). Dahinter hatte sich eine gewaltige "rückwärtige" Bürokratie aus Diensteinheiten für allgemeine Verwaltung, Finanzen, Kader und Schulung (einschließlich Medizinischem Dienst und hauseigener Hochschule ) und SED-Parteiorganisation entwickelt.





Bitte installieren Sie Flash.