Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Peter Koch


Peter Koch:

Peter Koch war im Ministerum für Staatssicherheit (MfS) von 1977 bis 1989 der Leiter der Bezirksverwaltung des MfS im DDR-Bezirk Neubrandenburg.

Peter Koch wurde am 19.7.1929 in Stettin geboren. Vater Lehrer, Mutter Bankangestellte; 1944 mittlere Reife; 1945 Landarbeiter; 1945 bis 1948 Ausbildung zum Schlosser; 1946 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED); 1949 bis 1950 Schlosserbrigadier und Kulturleiter in einer Maschinen-Traktoren-Station (MTS); 1950 Studium an der Deutschen Verwaltungsakademie "Walter Ulbricht" Forst-Zinna; 1950 wegen Verfehlung "Bewährung in der Produktion"; 1951 Wiederaufnahme des Studiums, Dipl.-Wirtschaftler; 1952 Hauptreferent beim Rat des Bezirks Neubrandenburg; 1952 Leiter der Politabteilung der Arbeitsgruppe MTS der Bezirksverwaltung (BV) Neubrandenburg; 1953 Lehrer an der Polithochschule der Kasernierten Volkspolizei (KVP) in Potsdam, Einstellung beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS), BV Potsdam, Abteilung III (Volkswirtschaft); 1960 bis 1965 Fernstudium an der Juristischen Hochschule (JHS) des MfS in Potsdam-Eiche, Dipl.-Jurist; 1962 bis 1975 Stellvertreter Operativ des Leiters der BV Potsdam. 1972 promovierte Peter Koch über "Vorgangsbearbeitung" zum Dr. jur. an der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam-Eiche. 1976 Stellvertreter Operativ. Als Nachfolger von Alfred Böhm 1977 dann Leiter der Bezirksverwaltung des MfS in Neubrandenburg, Mitglied der SED- Bezirksleitung Neubrandenburg; 1980 Beförderung zum Generalmajor; 1986 Auszeichnung Vaterländischer Verdienstorden (VVO) in Gold. Im Januar 1990 wurde Peter Koch entlassen.

 

Januar 1990 dann anschließend die Verhaftung und Untersuchungshaft wegen Verdachtes der Untreue zum Nachteil sozialistischen Eigentums. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft Selbstmord im Mai 1990. Einige Wochen, bevor er Selbstmord beging, gab er Neubrandenburger Bürgerrechtlern ein Interview. Darin erklärte er, er habe schon seit Jahren mit seinem Freund Markus Wolf über die Notwendigkeit von Reformen gesprochen. Doch mehr als die Partei mit kritischen Informationen zu versorgen, sei für das MfS nicht möglich gewesen. Sich als "Verschwörer zusammenzutun und mit militärischen Machtmitteln möglicherweise einen Putsch herbeizuführen" sei unmöglich gewesen, denn "das ist strikt verboten.".1

 

1 Jens Gieseke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Anatomie der Staatssicherheit, Geschichte-Struktur-Methoden, Hg. BStU, Berlin 2012; Andreas Niemann, Walter Süß, "Gegen das Volk kann nichts mehr entschieden werden", MfS und SED im Bezirk Neubrandenburg, BStU, Berlin 1996. S. 8.


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